Deutschland – SPD trotz Verlusten in Berlin vorne

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DeutschlandSPD trotz Verlusten in Berlin vorne

Die Sozialdemokraten haben bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus nach ersten Prognosen die meisten Stimmen erhalten. Die Piratenpartei schaffte es erstmals in ein Landesparlament.

Der Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) kann sich freuen: Nach ersten Meldungen gewinnt seine Partei die Wahlen zum Abgeordnetenhaus.

Der Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) kann sich freuen: Nach ersten Meldungen gewinnt seine Partei die Wahlen zum Abgeordnetenhaus.

Die regierenden Sozialdemokraten haben die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus trotz kräftiger Verluste gewonnen. Die Partei des populären Bürgermeisters Klaus Wowereit behauptete laut Hochrechnungen am Sonntag den ersten Platz, fiel aber unter 30 Prozent.

Wowereit muss sich nun einen neuen Koalitionspartner suchen. Denn die rot-rote Koalition, die in den vergangenen knapp zehn Jahren in der deutschen Hauptstadt regierte, büßte ihre Mehrheit ein. Eine mögliche rot-grüne Koalition hätte eine nur hauchdünne Mehrheit.

Die Grünen legten stark zu, und auch die Christdemokraten von Bundeskanzlerin Angela Merkel verbesserten sich. Die Liberalen (FDP) flogen nach einem für sie katastrophalen Ergebnis zum fünften Mal in diesem Jahr aus einem Landsparlament. Erstmals in Deutschland zieht die Piratenpartei in ein Landesparlament ein.

CDU wurde zweitstärkste Kraft

Die Hochrechnungen von ARD und ZDF (Stand 20.00 Uhr) sahen die SPD bei 28,4 bis 28,6 Prozent (2006: 30,8). Die CDU wurde zweitstärkste Kraft mit 23,2 Prozent (2006: 21,3). Dahinter liegen die Grünen mit 17,4 bis 17,6 Prozent (2006: 13,1), die Linkspartei mit 11,6 Prozent (2006: 13,4) und die FDP mit 1,9 Prozent (2006: 7,6). Die Piratenpartei kam mit 8,5 bis 8,9 Prozent aus dem Stand heraus sicher über die Fünf-Prozent-Hürde.

Daraus ergibt sich folgende Sitzverteilung: SPD 47 bis 48, CDU 38, Grüne 30, Linke 19 und Piratenpartei 14 bis 15. Bei insgesamt 149 Abgeordneten sind für eine regierungsfähige Mehrheit mindestens 75 Sitze erforderlich.

Die Wahlbeteiligung lag mit gut 59 Prozent leicht über dem Wert von 2006 (58,0). Zur Wahl aufgerufen waren 2,47 Millionen Bürger. Parallel zum Landesparlament wurden auch die Kommunalvertretungen in den Stadtbezirken neu bestimmt.

(L'essentiel online/dpa)

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