Mitarbeiter kontrolliert – Spicers Meeting gegen Leaks wird sofort geleakt
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Mitarbeiter kontrolliertSpicers Meeting gegen Leaks wird sofort geleakt

Der Pressechef des Weißen Hauses will gegen Informationslecks vorgehen und kontrolliert die Handys seiner Mitarbeiter. Diese gehen sofort an die Öffentlichkeit.

Nachdem Präsident Donald Trump seinen Kampf gegen die großen US-Medien verschärft hat – er lud mehrere Medien aus den Pressebriefings aus, sagte seine Teilnahme am Korrespondenten-Essen ab und kritisierte den Umgang von Journalisten mit anonymen Informanten aus dem Weiße Haus scharf –, ist nun sein Pressechef Sean Spicer zur Tat geschritten.

Wie das Newsportal politico.com berichtet, hat Spicer rund ein Dutzend seiner Mitarbeiter zu einem Meeting einberufen, weil aus einem früheren Treffen dieser Personen Informationen an die Medien gelangt waren. Dabei wurden die Teilnehmer aufgefordert, ihre Handys auf den Tisch zu legen, um zu kontrollieren, ob von diesen Geräten aus Journalisten kontaktiert worden waren. Die Kontrolle wurde von Anwälten des Weißen Hauses überwacht.

Twitterer stürzen sich sofort auf Spicer

Spicer drohte laut dem Politico-Bericht, es werde «neue Probleme» geben, wenn Informationen über das Meeting nach außen dringen würden. Die Plattform «The Daily Dot» schließt aus der Politico-Berichterstattung lapidar: «Es gibt jetzt neue Probleme.» Denn offensichtlich wurden detaillierte Berichte über das Treffen und die Untersuchung der Telefone innerhalb kürzester Zeit nach außen getragen.

Wenig überraschend stürzten sich Twitter-User sofort auf die Berichte über Spicers Aktion:

Eric Schmeltzer etwa schreibt: «Das ist fantastisch. Jemand hat geleakt wie Spicer versucht Leaks zu verhindern! Hahahaha!»

Steve Redmond schreibt: «Freakshow wird zur Leakshow. Das Weiße Haus: Paranoia wie eine Parade.»

Twitterer Yashar spekuliert über ein Gespräch zwischen Spicer und Donald Trump: «Mr. President, gute Nachrichten. Ich habe die Telefone der Angestellten eingesammelt, die Leaks werden aufhören. – Wo ist Ihr Telefon? – Ich muss weg.»

Ken Mathis dreht das Szenario schon weiter: «Ich erwarte den Leak über Spicers Reaktion auf den Leak über die Leaks.»

Einige User richten sich direkt an Sean Spicer, so wie Ed Narlesky: «Hey Spicer, hast du je daran gedacht, dass es diese Leaks nur wegen der verdrehten Fakten gibt, die das Weiße Haus und einige Mitarbeiter verbreiten?»

Und wer sich gefragt hat, was Trumps Krieg gegen die Medien eigentlich bringt, hier ist die Antwort von James Poniewozik: «Trump bestätigt Leaks mit seinen Wut-Tweets, treibt Abo-Zahlen in die Höhe, erspart Journalisten eine Stunde mit Spicer. Wer sagt eigentlich, er sei ein Feind der Presse?»

Robert Reich, ehemaliger Arbeitsminister unter Präsident Bill Clinton und zurzeit Professor für öffentliche Politik an der Berkeley Universität, hat eine simple Erklärung für das Desaster, das Sean Spicer mit seiner Abteilung derzeit hat: «Meiner Erfahrung nach gibt es folgende Gründe für Leaks aus dem Weißen Haus. Erstens, wenn die Angestellten dem Präsidenten gegenüber nicht loyal sind. Zweitens, wenn sie schlecht behandelt werden. Und drittens, wenn sie von dem, was sie sehen und hören, entsetzt sind. Also, erwarten Sie noch viel mehr Leaks aus dem Weißen Haus.»

(L'essentiel/ofi)

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