In Luxemburg – Sprengstoff-Diebe suchten den Nervenkitzel

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In LuxemburgSprengstoff-Diebe suchten den Nervenkitzel

GREVENMACHER/TRIER – Nachdem in Luxemburg und Trier größere Mengen Sprengstoff bei Privatpersonen gefunden wurden, haben die Ermittler nun Erkenntnisse zu den Motiven.

Rund drei Wochen nach dem Fund von gestohlenem Sprengstoff in Grevenmacher und Trier-Igel haben die Ermittler erste Erkenntnisse zu den Motiven. Demnach «dürfte für die Tatverdächtigen der Wunsch nach Nervenkitzel eine wesentliche Rolle gespielt haben», erklärte ein Sprecher der deutschen Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Die Beschuldigten hätten außerdem angegeben, den Sprengstoff für Experimente entwendet zu haben. Wahrscheinlich habe es tatsächlich schon Experimente mit kleineren Sprengstoffmengen an abgelegenen Stellen gegeben.

Die Frage nach den Motiven der Beschuldigten ist für die Ermittler damit noch nicht abschließend geklärt. Sie sind sich allerdings sicher: «Religiöse und politische Motive können ausgeschlossen werden», wie der Sprecher betonte. Zuvor hatte der Südwestrundfunk berichtet.

Ein Kilo Sprengstoff in Grevenmacher

Ende Januar waren im Keller eines Wohnhauses in Igel (Landkreis Trier-Saarburg) rund 50 Kilogramm Sprengstoff entdeckt worden. Er stammt aus einem Betrieb aus der Region Trier. Auf luxemburgischer Seite stellte die Polizei bei zwei Hausdurchsuchungen rund ein Kilogramm Sprengstoff, einen Zünder sowie 1000 Meter Zündschnur in Grevenmacher sicher. In den Fall sind laut Staatsanwaltschaft insgesamt vier Beschuldigte aus Luxemburg und Deutschland im Alter von 19 bis 24 Jahre verstrickt.

Drei von ihnen sollen in den Betrieb im Dezember 2018 eingebrochen sein und den Sprengstoff gestohlen haben. Außerdem werde wegen zwei weiteren Einbrüchen in den Betrieb gegen sie ermittelt. An diesen dürften die Mitglieder der Vierergruppe in unterschiedlichen Konstellationen beteiligt gewesen sein. Drei der Beschuldigten befänden sich derzeit in Untersuchungshaft. Der vierte sei gegen Auflagen auf freiem Fuß, gegen ihn werde trotzdem noch ermittelt.

(sw/L'essentiel/dpa)

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