Moschee durchsucht – Sprengstoff-Razzia und Festnahmen in Berlin

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Moschee durchsuchtSprengstoff-Razzia und Festnahmen in Berlin

Bei einem Polizeieinsatz wurden in der deutschen Hauptstadt zwei Verdächtige verhaftet. Zudem durchsuchten Beamte eine Moschee.

Die Berliner Polizei hat zwei mutmaßliche Islamisten festgenommen. Ob die Männer im Alter von 28 und 46 Jahren einen Sprengstoffanschlag geplant haben, wurde zunächst nicht bestätigt.

Jedoch wurde im Ortsteil Britz in einem Auto, das laut Polizei zu ihnen gehören soll, eine verdächtige Tasche gefunden. 16 umliegende Häuser mit rund 120 Bewohnern wurden evakuiert. Auch Bomben-Entschärfer waren vor Ort.

200 Polizisten im Einsatz

Spezialisten wollten den blauen Transporter öffnen. Von einem Terrorverdacht sprach die Polizei zunächst nicht. Es gebe bislang keine Anhaltspunkte, dass eine Gewalttat in Berlin geplant gewesen sei, sagte ein Polizeisprecher. An den Ermittlungen sind nach seinen Angaben auch die Generalstaatsanwalt und der Staatsschutz beteiligt.

Gut 200 Polizisten waren im Einsatz, darunter Beamte des Spezialeinsatzkommandos in schwarzer Montur.

Zuvor war am Nachmittag die Moschee eines islamischen Kulturvereins in Berlin-Charlottenburg durchsucht worden. Dabei waren auch Sprengstoffhunde im Einsatz. Es seien aber keine gefährlichen Gegenstände gefunden worden, hieß es von Seiten der Polizei. Mit der Durchsuchung der Moschee habe ein «Gefährdungssachverhalt» geprüft werden sollen.

Die «Bild«-Zeitung berichtete, Ermittler hätten Hinweise bekommen, dass aus dem Gebetshaus heraus ein Anschlag geplant werden sollte.

(L'essentiel/ij/sda)

Die islamistische Szene in BerlinIn Berlin leben nach Angaben des Verfassungsschutzes vom November etwa 670 Salafisten, also ultrakonservative Islamisten. 350 von ihnen gelten als gewaltorientiert.Rund 100 Islamisten reisten in den vergangenen Jahren Richtung Syrien oder Irak, um dort im Bürgerkrieg zu kämpfen oder den IS zu unterstützen. Etwa ein Dutzend sind umgekommen. Etwa ein Drittel ist zurückgekehrt. Unter ihnen gibt es desillusionierte und erschöpfte Kämpfer. Andere kamen zurück, um Nachwuchs anzuwerben.Nach Einschätzung von Experten und Sozialarbeitern gibt es in Berlin zehn Moscheegemeinden, in denen extremistisches Gedankengut verbreitet wird. In drei bis vier Moscheen sollen konkrete Kontakte zu Dschihadisten bestehen.

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