Auf Teneriffa – Spürhunde suchen nach vermissten Mädchen

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Auf TeneriffaSpürhunde suchen nach vermissten Mädchen

Die Suche nach Anna und Olivia, den beiden Mädchen aus Teneriffa, geht weiter. Ein Spürhund hat nun in der Finca des Vaters Alarm geschlagen.

Es sind drei Wochen vergangen, seit Beatriz Zimmermann ihre beiden Töchter Anna (1) und Olivia (6) das letzte Mal sah. Seither suchen Beamte der Guardia Civil auf Teneriffa nach den Mädchen. Der Verdacht liegt nahe, dass ihr Vater, der 37-jährige Tomás Antonio Gimeno, sie entführt hat.

Nun suchen auch die beiden Spürhunde Junco und Bill nach den Kindern. Die Diensthunde sind auf biologische Überreste sowie menschliche Knochen trainiert worden. Beide werden durch das Haus des Vaters, seinem Boot und seinem Auto geführt. Wie das spanische Portal As berichtet, habe Hund Junco bereits an drei Stellen in der Finca Candelaria Alarm geschlagen. Eine Nachbarin hatte der Polizei erzählt, dass sie die Mädchen kurz vor deren Verschwinden im Garten des Vaters habe spielen hören.

Hundeausbildung in der Schweiz

Hund Junco gilt als ein Superstar in der Suchtruppe: Als Welpe wurde er zusammen mit seinem Bruder Dylan vor zwei Jahren im Team der Guardia Civil aufgenommen. Für die Flugreise von seinem Wohnort Cadiz nach Teneriffa reiste das Tier mit seinem Trainer in der Kabine. Bei der Reise im Frachtraum hätte sich Junco erkälten können. Zudem erhalten die spanischen Spürhunde nur stilles Mineralwasser zu trinken, um ihre Mägen nicht zu verderben.

Die Hunde-Einheit mit insgesamt 500 Tieren wurde 2006 gegründet. Juncos Trainer machte seine Ausbildung dafür in der Schweiz, bei der Bundespolizei in Bern, wie «Nius Diario» schreibt.

Der Fall lässt Ermittler rätseln

Von den vermissten Schwestern fehlt jede Spur. Tomás Antonio Gimeno hatte am 27. April seine Töchter abgeholt. Doch am später Abend brachte er sie nicht zur Mutter zurück, wie das mit seiner Ex Beatriz Zimmermann vereinbart war. Anna (1) und Olivia (6) hatten den Nachmittag bei ihrem Vater verbracht – so wie das bei der Trennung abgemacht worden war. Stattdessen erhielt die Mutter eine Nachricht von ihrem Ex: «Du wirst die Mädchen nie wieder sehen. Weder sie noch mich.»

Bilder einer Überwachungskamera zeigen, dass er spätabends zum Hafen von Teneriffa fuhr und drei «Gepäckstücke» sowie mehrere Koffer in sein Schiff lud. Auf den Aufnahmen sind die Mädchen allerdings nicht zu sehen. Nach Mitternacht reiste er mit seinem Schiff ab. Gegen zwei Uhr verschickte er mehrere Whatsapp-Nachrichten an Familie und Freunde, die sich wie Abschiedsnachrichten lesen. Sein Schiff wurde am nächsten Tag gefunden, unweit der Küste. Es befand sich niemand an Bord.

Die Ermittler vermuten, dass Gimeno auf hoher See in ein anderes Schiff umgestiegen ist und nach Afrika segelte. Er ist zur internationalen Fahndung ausgeschrieben.

(L'essentiel/Karin Leuthold)

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