Geheimdienst-Affäre – SREL soll Justiz bespitzelt haben
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Geheimdienst-AffäreSREL soll Justiz bespitzelt haben

LUXEMBURG - Ein neue Information, die es in sich hat: Der Geheimdienst soll nicht nur Ermittler, sondern auch Staatsanwalt Robert Biever bespitzelt haben.

SREL-Mitarbeiter André Kemmer soll zwischen 2006 und 2008 einen einen Privatdetektiv damit beauftragt haben, sowohl die Ermittler der Police Judiciaire als auch Generalstaatsanwalt Robert Biever zu beschattet.

SREL-Mitarbeiter André Kemmer soll zwischen 2006 und 2008 einen einen Privatdetektiv damit beauftragt haben, sowohl die Ermittler der Police Judiciaire als auch Generalstaatsanwalt Robert Biever zu beschattet.

Hat der SREL die Justiz während der Ermittlungen in der Bommeleeër-Affäre zwischen 2006 und 2008 im systematisch überwacht? Nach einem Bericht von Radio 100,7 vom Mittwoch soll der Generalstaatsanwalt Biever ebenfalls beschattet worden sein.

Demnach soll ein vom damaligen SREL-Mitarbeiter André Kemmer beauftragter Privatdetektiv zwischen 2006 und 2008 sowohl die Ermittler der Police Judiciaire als auch Generalstaatsanwalt Robert Biever beschattet haben. In diesem Zeitraum liefen die Ermittlungen gegen die beiden Angeklagten im Bommeleeër-Prozess, Jos Wilmes und Marc Scheer, auf Hochtouren.

Auf Thailand-Reise eine Falle gestellt?

Ermittler Carlo Klein bestätigte am Dienstag vor Gericht die Bespitzelung und betonte, dass entsprechende Ermittlungen der Justizpolizei liefen. Klein wusste nach eigenen Angaben seit dem 8. Mai über die Aktion des Geheimdienstes Bescheid. Richterin Sylvie Conter und Staatsanwaltschaft hatten daraufhin angekündigt, Konsequenzen aus der Beobachtung zu ziehen. Die Verteidigung um Scheer und Wilmes spricht von einem Skandal.

Laut Radio 100,7 soll Kemmer zudem innerhalb der Magistratur Gerüchte um Biever gestreut haben um dessen Glaubwürdigkeit zu unterminieren. Der Gipfel dieser Rufmord-Kampagne soll während einer Reise Bievers nach Thailand erreicht worden sein: Dem damaligen Staatsanwalt sollte «eine Falle» gestellt werden, wie 100,7 berichtet, ohne weitere Details zu geben.

Warum der frühere SREL-Mitarbeiter Kemmer die Ermittler und Biever beschatten ließ und vor allem, wer den Auftrag dazu gab, ist noch unklar. Sollte sich herausstellen, dass entsprechende Befehle aus dem Staats- beziehungsweise Justizministerium vorlagen, dürfte sich die SREL-Affäre in kürzester Zeit zur ausgewachsenen Regierungskrise entwickeln.

(L'essentiel Online/tageblatt.lu/mth)

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