Fussball – St. Gallen findet Nachfolger für Saibene

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FussballSt. Gallen findet Nachfolger für Saibene

Joe Zinnbauer wird neuer Trainer beim Schweizer Erstligisten FC St. Gallen. Der frühere HSV-Coach wird damit Nachfolger des zurückgetretenen Luxemburgers Jeff Saibene.

Die Demission von Jeff Saibene vor mehr als zwei Wochen hatte die St. Galler Führung sichtlich überrascht. Nachdem der Vertrag mit dem Luxemburger eben erst bis ins Jahr 2017 verlängert worden war, erwischte dieser die St. Galler auf dem falschen Fuß.

«Es braucht nun einen Wechsel, um das Glück zurückzuholen», hatte Jeff Saibene bei seinem Abschied am 1. September gesagt. Nun ist der Wechsel vollbracht. Ob das Glück zum aktuellen Tabellen-6. der Super League zurückkehrt, ist jedoch offen. Joe Zinnbauers Leistungsausweis als Cheftrainer ist dünn.

«Casting Show» in St. Gallen

Es habe einige Vereine gegeben, die nach seiner Freistellung in Hamburg auf ihn zugekommen seien, meinte der Neue: «Aber das hier habe ich mir gerne angeschaut.» Auch über Stadt und Stadion («ein Schmuckstück») äußerte sich Zinnbauer positiv. Den Bewerbungsprozess bezeichnete der Deutsche scherzhaft als «Casting Show».

Im September 2014 war der 45-Jährige beim Hamburger Sportverein von der U23 in die Bundesliga aufgestiegen, als er den entlassenen Mirko Slomka ersetzte. Er stabilisierte die Mannschaft zwischenzeitlich. Als das Team im März 2015 auf den Relegationsplatz abrutschte und nach sechs Spielen ohne Sieg (darunter ein 0:8 gegen Bayern München) wurde er freigestellt. Zu Beginn der aktuellen Saison übernahm er wieder die U23 des HSV. Seine Karriere als Spieler hatte der gebürtige Bayer wegen eines Knorpelschadens im Knie 26-jährig aufgeben müssen.

Selfmade-Millionär

Mehr Glück war ihm beruflich beschieden. Schon mit 22 Jahren gründete Zinnbauer – damals noch aktiver Fußballer – ein erfolgreiches Finanzdienstleistungsunternehmen. Die FAZ schrieb damals von jährlich 70 Millionen Mark, die Zinnbauer mit Immobilien und Versicherungen umsetzte. «Ein bisschen mehr ist es schon», wurde der Selfmade-Millionär daraufhin in der Süddeutschen Zeitung zitiert. Ein Video aus den 90er-Jahren zeigt den beruflichen Höhenflug des Jungunternehmers (und die grauenhafte Mode der damaligen Zeit).

(L'essentiel/sco)

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