In Luxemburg – Staat plant neues Projekt im Schloss Schengen
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In LuxemburgStaat plant neues Projekt im Schloss Schengen

SCHENGEN – Die Ministerien für Arbeit und Wirtschaft haben ein Projekt für die Schengener Immobilie entwickelt. Ein Hotel-Restaurant soll dort seinen Platz finden.

Derzeit ist die Immobilie noch im Besitz von Regus.

Derzeit ist die Immobilie noch im Besitz von Regus.

Lange war die Zukunft der legendären Schengener Immobilie ungewiss. Das Schloss Schengen wird seit dem Jahr 2014 nicht mehr als Hotel genutzt. 2016 hat der Elisabethen-Orden Schloss Schengen an die Regus-Gruppe verkauft. Nun will der Staat die Immobilie erwerben und ihr wieder neues Leben einhauchen. «Geplant ist ein Tourismus-, Wirtschafts-, Kultur- und Sozialprojekt», erklärte der Minister für Arbeit, Nicolas Schmit (LSAP), am Mittwoch in einer Pressekonferenz. Eine hochwertige Gastronomie, geführt von einem privaten Unternehmen, soll dort künftig ihren Platz finden.

Die nationale Föderation der Hoteliers, Horesca, würde dies befürworten. Denn der Sektor benötigt dringend neue Fachkräfte. Laut der Agentur für Arbeit (Adem) seien derzeit tausend Stellen unbesetzt. Im Schloss Schengen könnten Arbeitssuchende eine Ausbildung im Hotel- und Gastgewerbe erhalten. Für das Projekt will Luxemburg den französischen Sternekoch Thierry Marx ins Boot holen. «Er hat ein echtes soziales Engagement und ist an einer Teilnahme interessiert», sagt Nicolas Schmit. «Es wären drei bis vier Monate Grundausbildung. Die Ausbildung wäre ohne Diplomabschluss, aber mit einem Zertifikat. 90 Prozent derjenigen, die sie machen, finden danach einen Job.»

Derzeit ist die Immobilie noch im Besitz von Regus. Das auf die Vermietung von Büros und Konferenzräumen spezialisierte Unternehmen erwarb das Schloss im Jahr 2016 für elf Millionen Euro. Um sein geplantes Projekt verwirklichen zu können, muss der Staat die Immobilie dem Unternehmen also zuerst abkaufen. Dies scheint laut Aussagen des Bürgermeisters von Schengen, Michel Gloden, nicht ausgeschlossen zu sein, denn die von Seiten von Regus vorgeschlagenen Projekte «insbesondere die Schaffung von Wohnungen», erhielten die Zustimmung nicht, weil sie für «die Gemeinde für zu teuer» befunden wurden.

Geschichte des Schlosses reicht bis 1350 zurück

Im Schloss Schengen wurden 1985 das berühmte Schengener Abkommen unterzeichnet, dem wir die Abschaffung der Grenzkontrollen zu verdanken haben. Und auch Victor Hugo war im Château zu Gast – er zeichnete 1871 sogar den Schlossturm. 1812 wurde das ursprüngliche Schloss zerstört, das Anwesen selbst ist aber viel älter: Bis in das Jahr 1350 geht seine Geschichte zurück.

(Mathieu Vacon/ L´essentiel)

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