Chamber – Staat springt für Verluste des Senders RTL ein

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ChamberStaat springt für Verluste des Senders RTL ein

LUXEMBURG - Die Regierung erklärt sich bereit, den luxemburgischen Sender RTL Télé Lëtzebuerg direkt mit Steuermitteln zu unterstützen.

Das luxemburgische TV-Programm der Mediengruppe RTL befindet sich im Umbruch.

Das luxemburgische TV-Programm der Mediengruppe RTL befindet sich im Umbruch.

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Der Staat wird ab 2021 für mögliche Verluste des TV-Senders RTL Télé Lëtzebuerg einspringen. Das erklärte Regierungschef und Medienminister Xavier Bettel (DP) am Montag den zuständigen Abgeordneten in der Chamber. Das jährliche Defizit des luxemburgischen Senders wird derzeit auf 12 bis 13 Millionen Euro pro Jahr geschätzt. Bettel erklärte, dass künftig eine noch zu gründende Kommission die journalistische Qualität des TV-Programms überprüfen soll.

Die RTL Group und der Staat verhandeln derzeit über einen neuen Konzessionsvertrag. Die Dauer des Vertrags soll künftig nur noch drei Jahre betragen. Bislang galt die Vereinbarung jeweils für zehn oder sogar 15 Jahre. Das – aktuell noch gültige – Agreement zwischen der öffentlichen Verwaltung und dem privaten Medienkonzern sieht vor, dass der Staat den Sender auf dem Kirchberg indirekt unterstützt, in dem er der Gruppe kostenlos Frequenzen überträgt. Der Wert dieser Frequenzen hat allerdings in den vergangenen Jahren stark abgenommen – von 10 bis 12 Millionen Euro auf weniger als 5 Millionen Euro. Daher entschloss sich die Regierung, die Verluste von RTL Télé Lëtzebuerg künftig mit Geld aus dem Staatshaushalt zu decken – und zwar ab dem Jahr 2021 für eine Dauer von drei Jahren.

Das luxemburgische TV-Programm von RTL kostet 20 bis 30 Millionen Euro pro Jahr, wie aus der Medienkommission verlautete. An Werbeerlösen kommen acht bis neun Millionen Euro herein. Hinzu kommt der Wert der Frequenzen (derzeit weniger fünf Millionen Euro), was am Ende des Jahres zu einem Defizit in der Bilanz des Senders führt.

(jt/L'essentiel)

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