LuxLeaks-Prozess – Staatsanwalt fordert 18 Monate Haft für Deltour

Publiziert

LuxLeaks-ProzessStaatsanwalt fordert 18 Monate Haft für Deltour

LUXEMBURG - Die Staatsanwaltschaft beantragt im LuxLeaks-Prozess eine 18-monatige Freiheitsstrafe für die zwei Ex-PwC-Mitarbeiter Antoine Deltour und Raphaël Halet.

epaselect epa05277763 Defendant, former employee of PricewaterhouseCoopers, Antoine Deltour (C) leaves on the first day of the LuxLeaks whistleblower trial in Luxembourg, 26 April 2016. Three men, two former employees of accounting firm, PricewaterhouseCoopers (PwC), and a journalist, are facing trial accused of leaking thousands of confidential documents revealing corporate tax deals. EPA/JULIEN WARNAND +++(c) dpa - Bildfunk+++

epaselect epa05277763 Defendant, former employee of PricewaterhouseCoopers, Antoine Deltour (C) leaves on the first day of the LuxLeaks whistleblower trial in Luxembourg, 26 April 2016. Three men, two former employees of accounting firm, PricewaterhouseCoopers (PwC), and a journalist, are facing trial accused of leaking thousands of confidential documents revealing corporate tax deals. EPA/JULIEN WARNAND +++(c) dpa - Bildfunk+++

DPA/Julien Warnand

Im Strafprozess um die LuxLeaks-Enthüllungen hat die Staatsanwaltschaft vor dem Bezirksgericht Luxemburg Haftstrafen für die zwei früheren PwC-Mitarbeiter Antoine Deltour und Raphaël Halet gefordert. Der beigeordnete Staatsanwalt David Lentz forderte für die zwei Whistleblower eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten mit eventueller Bewährung sowie eine Geldstrafe. Der mitangeklagte Fernsehjournalist Edouard Perrin soll eine Geldstrafe in unbestimmter Höhe erhalten, so der Ankläger. Deltour und Halet sollen sich aus Sicht des Staatsanwalts des Diebstahls von 45.000 Dokumenten und der Verletzung des Berufsgeheimnisses schuldig gemacht haben.

Die zwei Informanten deckten gemeinsam mit Perrin geheime Steuerdeals für internationale Konzerne in Luxemburg auf. Durch die 2012 und 2014 veröffentlichten «Luxleaks» war öffentlich geworden, dass Multis und das luxemburgische Finanzamt sehr geringe Steuersätze von weniger als einem Prozent des Gewinns vereinbarten und dass eine Reihe europäischer Staaten in einer Art Steuerwettbewerb ähnlich vorteilhafte Angebote machte. Zeugen versicherten vor Gericht, dass die Enthüller dem Gemeinwohl einen Dienst erwiesen und zur Beendigung illegaler Praktiken in der EU beigetragen hätten.

Urteil im Juni erwartet

Deltour sagte im Prozess, ihm sei klar gewesen, dass er gegen die Geheimhaltungspflicht seines Arbeitgebers verstoßen habe. Er habe jedoch die Steuerfestsetzungen während seiner Arbeit bei PwC immer stärker missbilligt. Mit der Weitergabe der Dokumente an Perrin habe er seine «staatsbürgerliche Pflicht» erfüllt: «Ich wollte eine Debatte über diese Steuerbescheide anstoßen.»

Die mündliche Verhandlung soll am Mittwoch zu Ende gehen. Dann werden die Anwälte der Angeklagten zu den Forderungen des Staatsanwalts Stellung nehmen können, wie der Sprecher der luxemburgischen Justiz sagte. Die Verteidiger der Angeklagten hatten allesamt Freispruch für ihre Mandanten gefordert. Mit einem Urteil in dem Prozess wird Mitte bis Ende Juni gerechnet.

(L'essentiel/AFP/dpa)

Deine Meinung