Rheinland-Pfalz: Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft für Polizistenmorde von Kusel

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Rheinland-Pfalz Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft für Polizistenmorde von Kusel

KAISERSLAUTERN – Im Prozess um die zwei in der Westpfalz getöteten Polizisten vor dem Landgericht Kaiserslautern hat die Staatsanwaltschaft lebenslange Freiheitsstrafe für den Hauptangeklagten gefordert.

ARCHIV - 04.02.2022, Rheinland-Pfalz, Ulmet: Blumen und Kerzen stehen an dem Tatort, an dem Ende Januar 2022 bei Kusel zwei Polizeibeamte bei einer Verkehrskontrolle erschossen wurden. (zu dpa «Die Stille nach dem Hilferuf - Erste Zeugen in Polizistenmord-Prozess») Foto: Sebastian Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Blumen und Kerzen stehen an dem Tatort, an dem Ende Januar 2022 bei Kusel zwei Polizeibeamte bei einer Verkehrskontrolle erschossen wurden.

Sebastian Gollnow/dpa (Archivbild)

Im Prozess um die tödlichen Schüsse auf zwei Polizisten bei Kusel in Rheinland-Pfalz hat die Staatsanwaltschaft lebenslange Haft für den Hauptangeklagten Andreas S. gefordert. Der Mann habe sich des zweifachen Mordes schuldig gemacht, sagte Oberstaatsanwalt Stefan Orthen am Dienstag in seinem Plädoyer vor dem Landgericht Kaiserslautern. Bei der Tat seien mehrere Mordmerkmale erfüllt und die Tat habe «Hinrichtungscharakter» gehabt – daher liege eine besondere Schwere der Schuld vor, sagte Orthen.

Rund fünf Monate nach Prozessbeginn haben sich für den Oberstaatsanwalt die Vorwürfe der Anklage bestätigt: Der 39-Jährige habe Ende Januar eine junge Polizistin (24) und ihren Kollegen (29) bei einer nächtlichen Verkehrskontrolle an einer Kreisstraße in der Westpfalz mit Schüssen in den Kopf getötet.

«Die Tötung der Polizisten diente der Verdeckung der gewerbsmäßigen Jagdwilderei», sagte Orthen. Zudem sei das Mordmerkmal der Habgier erfüllt: «Ohne die Tat hätte er das erlegte Wild nicht mehr gewinnbringend verkaufen können», sagte der Oberstaatsanwalt. Die Gewalttat sorgte bundesweit für Entsetzen.

Urteil wird zum 30. November erwartet

Der Nebenangeklagte habe sich wie auch der Hauptangeklagte der gewerbsmäßigen Jagdwilderei schuldig gemacht. Von einer Strafe sei aber abzusehen, weil der 33-Jährige wesentlich zur Aufklärung beigetragen habe, sagte Orthen.

Der Hauptangeklagte hatte im Prozess eingeräumt, den Polizisten getötet zu haben, allerdings habe er aus Notwehr geschossen. Für den Tod der Polizistin hatte er den Nebenangeklagten verantwortlich gemacht, was dieser stets bestritten hatte.

Die Männer waren kurz nach der Tat im angrenzenden Saarland festgenommen worden. Nach psychiatrischen Gutachten sind beide voll schuldfähig. Das Urteil soll am 30. November fallen.

(afp/dpa )

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