Kette mit Davidsstern getragen? - Staatsanwaltschaft klagt Gil Ofarim wegen falscher Verdächtigung an

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Kette mit Davidsstern getragen?Staatsanwaltschaft klagt Gil Ofarim wegen falscher Verdächtigung an

Der Musiker gab an, wegen seines jüdischen Glaubens aus einem Hotel gewiesen worden zu sein. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Verleumdung gegen den 39-Jährigen.

von
Philippe Coradi
Sabeth Vela
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Gil Ofarim beschuldigte einen Rezeptionisten eines Leipziger Hotels des Antisemitismus.

Gil Ofarim beschuldigte einen Rezeptionisten eines Leipziger Hotels des Antisemitismus.

Instagram/gilofarim
Der Angestellte habe ihm den Check-in aufgrund seiner Davidstern-Halskette verweigert.

Der Angestellte habe ihm den Check-in aufgrund seiner Davidstern-Halskette verweigert.

imago images/Lumma Foto

Der Vorfall schlug medial hohe Wellen: Der jüdische Musiker Gil Ofarim warf im Oktober einem deutschen Hotel Antisemitismus vor. Der Angestellte habe ihm den Check-in aufgrund seiner Davidstern-Halskette verweigert. Das Hotel hat die Vorwürfe stets bestritten, Ermittlungen der Polizei kamen zu keinem eindeutigen Ergebnis. Nun hat die Staatsanwaltschaft Leipzig Anklage gegen den 39-Jährigen erhoben - wegen falscher Verdächtigung.

Der Grund dafür? Der Vorwurf des Musikers ließ sich trotz «umfangreicher Ermittlungen» offenbar nicht erhärten. Die Beamten seien gemäß dem Online-Portal «Spiegel» zum Ergebnis gekommen, dass der geschilderte Vorfall sich «nicht so ereignet» hätte. Nun soll sich der Musiker wegen Verleumdung und falscher Verdächtigung vor Gericht verantworten müssen.

Schon damals gab es Zweifel

Gil Ofarim hatte sich im Oktober 2021 an die Öffentlichkeit gewandt, weil er aufgrund seiner Davidstern-Halskette von einem Hotelangestellten diskriminiert worden sei. Ein Überwachungsvideo zeigte jedoch kurz darauf, dass der Musiker die Kette an dem genannte Abend gar nicht sichtbar trug. Die Polizei sowie Fans hegten deshalb schon dazumal Zweifel an der Glaubwürdigkeit seiner Aussagen.

Gegenüber «Bild Live» betonte der Sänger jedoch: «Ich habe nicht gelogen.» Auch sein Statement-Video, das er damals auf Instagram postete, bereue der 39-Jährige nicht. «Ich würde alles nochmal genauso machen. Es ist alles so passiert, wie ich es erzählt habe.»

Weiter beteuerte der Schauspieler: «Ich wurde beleidigt, weil ich ein Jude bin. Das kommt leider immer noch viel zu häufig vor. Und im Vergleich zu vielen anderen Jüdinnen und Juden habe ich meinen Mund aufgemacht und mich gewehrt. Das werde ich auch wieder tun.» Das Landgericht Leipzig entscheidet nun, ob sie ein Hauptverfahren gegen den Musiker eröffnen möchten.

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