Interaktive Karte – Stadtplan zeigt, wo es für Risikopatienten eng wird
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Interaktive KarteStadtplan zeigt, wo es für Risikopatienten eng wird

Forscher haben für die zukünftige Städteplanung und für eine bessere Bewegung in der Stadt eine spezielle Karte geschaffen. Zurzeit gibt es diese aber nur für Amsterdam.

Trotz der Lockerungsmaßnahmen pocht auch hierzulande das Bundesamt für Gesundheit noch immer auf die Einhaltung des Social Distancing. An der Medienkonferenz des Bundes am 15. Mai meinte Daniel Koch auf die Frage, ob weiterhin ein absolutes Kundgebungsverbot herrsche: «Es ist relativ einfach. Veranstaltungen sind im Moment nicht bewilligbar, sie verletzten auch das Versammlungsverbot. Es gibt keine Ausnahmen.»

Dieses Abstandhalten kann aber bereits bei einem einfachen Spaziergang durch ein enges Sträßchen oder über einen frequentierten Platz zu einem kleinen Spießrutenlauf werden. Für Amsterdam zeigt neuerdings eine interaktive Karte an, wo die Regeln eingehalten werden können. Das sogenannte Social Distancing Dashboard ist ein gemeinsames Projekt unter der Leitung von Wissenschaftlern der Technischen Universität Delft in Zusammenarbeit mit dem AMS Istitut in Amsterdam. Die Stadtpläne, die durch das Programm erstellt werden, zeigen beispielsweise die Breite von Straßen und Fußwegen oder wo eine Bushaltestelle liegt. Die Karten sind frei zugänglich und sollen zum einen bei stadtplanerischen Entscheidungen in Zeiten von Corona eine Unterstützung sein, aber auch den Bewohnern, vor allem Risikogruppen, helfen, sich sicherer durch die Straßen der Stadt zu bewegen.

Enge Strässchen in historischen Zentren

In den Grachtenvierteln von Amsterdam sind beispielsweise etliche Straßen rot markiert. Dies, weil eine Mindestbreite von 2,5 bis 3 Metern, die für die Einhaltung der sozialen Distanzierung nötig wäre, nicht vorhanden ist. Dies dürfte auch auf viele weitere historische Stadtzentren zutreffen, schreiben die Projektleiter.

Die Macher erklären weiter, dass das Dashboard automatisch berechnet wird und somit auch ein geringes Risiko für Fehler bestehe. Die Verwendete «Basisregistratie Grootschalige Topografie» sei die beste digitale Karte der Niederlande, berücksichtige aber nicht immer alle Aspekte, beispielsweise solche auf Gemeindeebene. In Zukunft sollen weitere Daten für noch genauere Karten hinzugezogen werden und weitere Städte folgen.

(L'essentiel/Denis Molnar)

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