Blick auf die Sterne – Starlink-Satelliten blockieren Forschern die Sicht
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Blick auf die SterneStarlink-Satelliten blockieren Forschern die Sicht

Starlink-Satelliten hinterlassen auf Bildern Lichtschweife. So könnten Astronomen wichtige Erkenntnisse entgehen. Eine Untersuchung hat gezeigt, wie schwerwiegend das Problem ist.

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Das Starlink-Programm von SpaceX und seinem Gründer Elon Musk steht in der Kritik.

Das Starlink-Programm von SpaceX und seinem Gründer Elon Musk steht in der Kritik.

REUTERS
Die Satelliten-Kette hinterlässt auf Bildern Lichtschweife.

Die Satelliten-Kette hinterlässt auf Bildern Lichtschweife.

20Min/News-Scout
Astronomen können wegen der Starlink-Satelliten nicht mehr ungestört ins All blicken. (Symbolbild)

Astronomen können wegen der Starlink-Satelliten nicht mehr ungestört ins All blicken. (Symbolbild)

20min/Simon Glauser

Satelliten des Unternehmens SpaceX hinterlassen auf Bildern Lichtschweife. So versperren sie die Sicht auf Sterne. Polnische Forscher haben im Auftrag des Institut Zwicky Transient Facility (ZTF) am Palomar-Observatorium in San Diego haben nun untersucht, wie stark die Satelliten Bilder aus dem All beeinträchtigen. Die Ergebnisse ihrer Untersuchung zeigen, wie schnell das Problem anwächst.

Mit Starlink will das Unternehmen von Tesla-Chef Elon Musik schnelles Internet in die Welt bringen. Die Starlink-Satelliten fliegen auf relativ tiefer Höhe. Kritiker prangern das Programm jedoch bereits seit längerem an. Sie fürchten sich vor zunehmendem Weltraummüll und Problemen bei der Navigation.

Vor kurzem ist es zu einer Beinahe-Kollision mit der chinesischen Raumstation Tiangong gekommen. Nur weil die Verantwortlichen in letzter Minute ausweichen konnten, wurde das Schlimmste verhindert. In China wuchsen daraufhin die Proteste gegen Musk und Tesla. Die polnischen Forscher der Universität Warschau haben nun über Bilder des ZTF-Teleskops untersucht. Immer häufiger zeigen sich darauf die Bildschweife der Starlink-Ketten. Besonders schlimm sei es bei Bildern, die während der Dämmerung aufgenommen wurden, schreibt das Online-Magazin Spektrum der Wissenschaft.

Bewilligung für 11.000 weitere Satelliten bereits erteilt

Im schlimmsten Fall würden die Lichtschweife den Blick auf Wichtiges verhindern, sagen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Und das Problem wird immer akuter: Auf Bildern von Ende 2019 waren nur in etwa 0,1 Prozent der Fälle Lichtschweife zu sehen. Nicht einmal zwei Jahre später, im August 2021 waren sie bereits auf 18 Prozent der untersuchten Bilder sichtbar. Zurzeit befinden sich etwa 1900 Satelliten des Unternehmens in der Erdumlaufbahn. Für 11.000 weitere liegen bereits Bewilligungen vor.

Über die kommenden Jahre soll das Starlink-Programm auf 42.000 Satelliten anwachsen. 2020 hat SpaceX Besserung gelobt: Seither stattet das Unternehmen seine Geräte mit einem Sonnenschutz aus, der die Helligkeit der Satelliten auf Bildern reduzieren soll. Unter Astronomen ist jedoch klar, dass das nicht ausreichen wird, um die Bild-Kontamination zu verhindern.

(L'essentiel/Patrick McEvily)

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