Luxemburg: Statec rechnet noch in diesem Jahr mit nächster Indextranche

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LuxemburgStatec rechnet noch in diesem Jahr mit nächster Indextranche

LUXEMBURG – Die nationale Statistikbehörde Statec erwartet die nächste Indextranche im letzten Quartal des laufenden Jahres. Dadurch müssten sich die Tripartite-Sozialpartner wieder zusammenfinden.

von
Jérôme Wiss

Das Statistikinstitut Statec hat am Mittwoch seine Prognose für die Preisentwicklung veröffentlicht. Die Inflation werde 2022 6,6 Prozent und 2023 5,3 Prozent betragen. Die Behörde rechnet damit, dass im vierten Quartal dieses Jahres die nächste Indextranche fällig wird. Es wäre nach der im April und der im Sommer ausgesetzten die dritte im laufenden Jahr.

Die Regierung hat die Volksrechner darum gebeten, bis September präzisere Prognosen zu präsentieren. «Auf deren Grundlage könnte ein erneutes Tripartite-Treffen einberufen werden», heißt es in der Pressemitteilung.

«Mit den Sozialpartnern werden wir gemeinsame Lösungen finden, die die Menschen und die Unternehmen entlasten werden», reagierte Premierminister Xavier Bettel auf Twitter. «Der soziale Dialog ist und bleibt ein wichtiges Kriseninstrument und ein Teil unserer Erfolgsgeschichte», so sein Statement.

Statec weist darauf hin, dass der Krieg in der Ukraine und die Spannungen in den weltweiten Lieferketten die Inflation weiter antreiben. Zudem verschlechtern die zunehmenden Aussichten auf Gasengpässe die Lage, denn solche Engpässe könnten sich stark auf die Strompreise auswirken.

China und Russland

Das Statistikinstitut stellt jedoch fest, dass sich die Inflation im Juli verlangsamt hat. Sie ging im Jahresvergleich auf 6,8 Prozent zurück, nachdem sie im Juni mit 7,4 Prozent ihren Höchststand erreicht hatte. «Die Inflationsrate wird voraussichtlich weiter sinken und das Jahr 2023 bei etwa 3 Prozent beenden», so Statec. Ohne Berücksichtigung von Erdölerzeugnissen ist die Inflation mit 4,7 Prozent im Juli und 4,8 Prozent im Juni weiterhin hoch, eine «Dynamik, die bis Ende 2023 anhalten dürfte». Die Energiepreise und der schwächere Euro verstärken diese hohe Inflation unter Ausschluss von Erdölerzeugnissen.

Die Preise in Luxemburg sind stark dem globalen Kontext geschuldet. Neben dem Krieg in der Ukraine bringt Chinas «Null-Covid»-Politik die globalen Produktionsketten stark durcheinander. Das treibt auch die Preise in die Höhe. In Europa haben die Sanktionen gegen Russland «diesen Preisdruck zusätzlich verstärkt».

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