Muslim-Zorn – Steckt Al-Kaida hinter den Angriffen?

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Muslim-ZornSteckt Al-Kaida hinter den Angriffen?

Nach den Anschlägen auf die US-Botschaft in Bengasi gibt es Anzeichen dafür, dass der Anschlag von einer mit Al Kaida verbündeten Gruppe verübt wurde.

Der Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi hat möglicherweise einen terroristischen Hintergrund. Wie aus US-Regierungskreisen verlautete, gehen die Geheimdienste mittlerweile von einem geplanten Angriff aus.

Die Attacke trage «klar» die Handschrift des Terrornetzwerks Al Kaida, sagte der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im US-Repräsentantenhaus, Mike Rogers, dem Nachrichtensender CNN. Dass es sich um einen geplanten Angriff handeln könnte, sei «derzeit die Arbeitshypothese», sagte zudem ein ranghoher Regierungsvertreter. Demnach könnten sich extremistische Angreifer die wütende Menge in Bengasi zu Nutze gemacht haben.

Angriff am Jahrestag von 9/11

Das Konsulat war am Dienstag mit Raketen und Granaten angegriffen worden. Der US-Botschafter Chris Stevens und drei Mitarbeiter wurden getötet, auch mehrere libysche Sicherheitskräfte starben. Der Angriff ereignete sich am Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001, ein für islamistische Terroristen symbolisches Datum.

Zunächst hatte es geheißen, dass es sich um einen spontanen Angriff gehandelt habe. Seit Dienstag gibt es in zahlreichen Ländern Proteste gegen einen US-Film, in dem der Prophet Mohammed verunglimpft wird. Auch in Kairo hatten militante Islamisten die US-Botschaft gestürmt.

Laut Rogers deutet aber viel auf einen Terroranschlag hin. «Seit Monaten haben wir beobachtet, wie Al-Kaida nach westlichen Zielen Ausschau gehalten hat», sagte der US-Abgeordnete. «Das fand überall in Nordafrika statt. Wir haben bestimmte Aktivitäten beobachtet, die einen glauben lassen können, dass es eine mit Al-Kaida verbündete Gruppe war.»

Proteste in mehreren arabischen Ländern

Die Proteste hielten unterdessen an. Unweit der tunesischen Hauptstadt Tunis setzte die Polizei Tränengas gegen rund 300 Demonstranten ein, die auf das Gelände der US-Botschaft vordringen wollten. Offiziellen Angaben zufolge wurden fünf Menschen festgenommen, mindestens zwei Polizisten wurden verletzt.

Auch in Kairo protestierten am Mittwochabend erneut Hunderte Menschen vor der US-Botschaft. Dem Sender CNN zufolge kam es zu Zusammenstößen mit Vertretern der Sicherheitskräfte.

Auch in Casablanca in Marokko gingen bis zu 400 Menschen auf die Straßen. Einige Dutzend Menschen protestierten zudem im palästinensischen Gazastreifen gegen die USA und zündeten vor dem Sitz der UNO US-Fahnen an.

Das iranische Außenministerium verurteilte den Film als «schändlich». Mehrere iranische Medien kündigten für Donnerstag eine Demonstration in Teheran an.

(L'essentiel Online/sda)

Thema im US-Wahlkampf

Unterdessen erreichten die Vorfälle auch den US-Wahlkampf. US- Präsident Barack Obama warf seinem republikanischen Herausforderer Mitt Romney eine Taktik nach dem Motto «erst schießen und dann zielen» vor, nachdem dieser seine Reaktion auf die Attacken kritisiert hatte. Romney hatte Obama vorgeworfen, nach den Angriffen vom Dienstag zunächst Verständnis für die Angreifer gezeigt zu haben, statt die Attacken sofort zu verurteilen.

Bei einer Veranstaltung in Las Vegas sagte Obama am späteren Mittwoch, dass kein Terrorakt es schaffen werde, die «Werte der USA» zu trüben. «Kein Gewaltakt wird die Entschlossenheit der USA erschüttern», sagte er. Die USA ließen zudem die Sicherheit aller ihrer Vertretungen überprüfen.

Das US-Konsulatspersonal in Bengasi wurde nach Deutschland ausgeflogen, das Personal der Botschaft in Tripolis wurde reduziert, wie ein US-Vertreter mitteilte.

USA schicken Kriegsschiffe nach Libyen

Nach dem Angriff auf das US-Konsulat in der ostlibyschen Metropole Bengasi verlegt das Pentagon (US- Verteidigungsministerium) zwei Kriegsschiffe vor die Küste des Landes. Aus US-Regierungskreisen verlautete, der Zerstörer «USS Laboon» habe seine Position bereits am Mittwoch erreicht.

Die «USS McFaul» sei auf dem Weg und werde innerhalb weniger Tage ihr Ziel erreichen. Weiter hieß es, die Schiffe hätten keine konkrete Aufgabe. Sie gaben den Kommandanten jedoch die Möglichkeit, flexibel auf jeden Einsatz zu reagieren, die der US-Präsident anordne.

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