Einreise-Chaos – Steht die Karriere von Djokovic vor dem Aus?
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Einreise-ChaosSteht die Karriere von Djokovic vor dem Aus?

Novak Djokovic droht nun auch in anderen Ländern, wichtige Turniere zu verpassen. Bei den French Open sollen nun nur noch geimpfte Spieler zugelassen werden.

Auch bei den French Open und den US Open stehen Djokovics Einreisechancen schlecht.

Auch bei den French Open und den US Open stehen Djokovics Einreisechancen schlecht.

Seit Sonntag ist klar: Novak Djokovic bleibt in Australien annulliert, er darf nicht an den Australian Open teilnehmen. Die unrühmlichen Geschehnisse in Down Under bringen dem serbischen Tennissuperstar einen riesigen PR-Schaden ein und könnten seine Karriere aber womöglich auch nachhaltig beeinträchtigen.

Drei ganze Jahre lang soll Djokovic laut der Gültigkeitsdauer seiner Einreisesperre nicht mehr nach Australien einreisen dürfen. Das bestätigte Innenministerin Karen Andrews in einem Interview mit der «Today Show». «Sein Visum wurde annulliert. Dies wurde vom Bundesgericht bestätigt, daher wird ihm die Einreise in das Land für drei Jahre verboten.»

Der australische Premierminister Scott Morrison machte Djokovic am Montag in einem Interview des australischen Radiosenders 2GB dagegen noch Hoffnungen für eine Rückkehr ins Land – vielleicht schon im nächsten Jahr. «Die Einreisesperre geht über eine Drei-Jahres-Periode, aber es gibt die Möglichkeit für Djokovic, unter den richtigen Umständen zurückzukommen», so Morrison, der anfügte, sich dann zu gegebener Zeit mit dem Thema wieder zu befassen.

Wohl nur geimpfte Spieler bei French Open am Start

Dass der Serbe nun beim nächsten Grand-Slam-Turnier in Roland Garros antreten wird, scheint ohne Impfung ebenfalls aussichtslos. Denn: Am Montagmorgen verkündete die Nachrichtenagentur AFP, dass laut Regierungsquellen nur noch geimpfte Athleten bei Profi-Sport-Anlässen in Frankreich teilnehmen dürfen. Zehn Tage zuvor hatte die französische Sportministerin Maracineanu noch angekündigt, dass Djokovic auch ohne Impfung in Paris antreten dürfe.

Auch in Frankreich werden die Maßnahmen für ungeimpfte Menschen zurzeit weiter verschärft. Das französische Parlament beschloss erst vor wenigen Tagen die Einführung eines neuen Corona-Impfzertifikats mit einem Gesetz, das vorsieht, dass ungeimpfte Menschen ab 16 Jahren in Zukunft unter anderem keinen Zugang mehr zu Stadien haben sollen. Staatspräsident Emmanuel Macron kündete zudem an, den Ungeimpften das Leben schwer machen zu wollen.

Kaum Chancen auf Turnier-Teilnahme in den USA für Ungeimpfte

Auch beim vierten Grand-Slam-Event des Jahres könnte es für «Nole» schwierig werden, eine Extrawurst zu bekommen. Bei den US Open in New York waren letztes Jahr zwar ungeimpfte Spieler noch zugelassen, allerdings gab es bereits damals nur für Zuschauer Einlass, die mindestens eine Impfdosis erhalten haben.

In diesem Jahr dürfte es in den USA für Spieler ohne Impfung ähnlich schwierig wie in Australien werden, eine Startberechtigung zu erhalten. Aktuell dürfen nämlich nur vollständig geimpfte Nicht-US-Bürger in die USA einreisen. Neben den US Open im Herbst, droht Djokovic damit auch die großen ATP-Turniere in Indian Wells und Miami im Frühling zu verpassen.

Verpasste Chance auf Grand-Slam-Rekord

Der Weltranglisten-Erste war am Sonntagabend aus Melbourne abgereist, nachdem das Bundesgericht Australiens seinen Einspruch gegen die Annullierung des Visums abgelehnt hatte. Seine Hoffnungen auf den zehnten Titel bei den Australian Open waren damit einen Tag vor dem Turnierauftakt zu Ende gegangen.Kein anderer Tennisspieler konnte das Major in Melbourne mit neun Titeln öfter als Djokovic gewinnen. Hätte der Serbe dieses Jahr antreten dürfen, wäre die Chance groß gewesen, dass er hier mit seinem zehnten Triumph auch seine ewigen Rivalen Rafael Nadal und Roger Federer in Sachen Anzahl Grand-Slam-Titel überholt hätte (21 Titel). Nadal könnte nun seinerseits in Melbourne zum alleinigen Leader im Grand-Slam-Ranking aufsteigen und tritt zudem bei dem nächsten Major-Turnier im Mai in Paris traditionell als Top-Favorit an, wo er Federer und Djokovic weiter davonziehen könnte.

(L'essentiel/Florian Gnägi)

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