Schießerei in San Bernardino – Stellte Terroristin ihrem Mann eine Liebesfalle?
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Schießerei in San BernardinoStellte Terroristin ihrem Mann eine Liebesfalle?

Tashfeen Malik war die treibende Kraft hinter dem Attentat in San Bernardino, vermuten Ermittler. Sie soll sich ihren Mann gezielt für den Anschlag ausgewählt haben.

Tashfeen Malik (29) schoss während dem Attentat auf eine Weihnachtsfeier in San Bernardino zuerst, berichten Augenzeugen. Ihr Ehemann, Syed Farook (28) habe gezögert, auf die Menschen in der Sozialeinrichtung zu feuern.

Das FBI geht zudem Behauptungen nach, wonach die aus Pakistan stammende Frau ihren Mann radikalisiert habe. Das Paar hatte sich 2013 auf der Datingsite iMilap.com kennengelernt und dann in Saudiarabien geheiratet. Im Juli 2014 sei Malik zusammen mit ihrem zukünftigen Mann in die USA eingereist.

Terroristische Liebesfalle gestellt?

Geheimdienstinformationen zufolge könnte Malik sich den schüchternen Farook gezielt ausgesucht haben, um das Attentat durchzuführen – FBI-Ermittler sprechen von einer «terroristischen Liebesfalle».

Auf seinem Profil auf iMilap.com gab Farook an, gerne Schießübungen in seinem Garten zu machen, an Oldtimern und modernen Autos herumzuwerkeln und religiöse Bücher zu lesen.

Malik hatte «die Hosen an»

Dass Farook religiös war und sich mit Waffen auskannte, hätte den führenden Köpfen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gefallen können, schreibt «DailyMail». Außerdem bot sein US-Pass die Möglichkeit, Malik ins Land zu schleusen.

Nach der Hochzeit habe sich Farook verändert, erzählt ein Arbeitskollege des Gesundheitsinspektors «CBS This Morning». «Ich glaube, er heiratete eine Terroristin.» Malik habe in der Beziehung zu ihrem Mann die «Hosen angehabt», berichten auch Personen aus dem Umfeld der Familie.

Durch Koranschule «drastisch verändert»

Die Attentäterin von San Bernardino war in Pakistan Schülerin an der renommierten Koranschule, dem Al-Huda-Institut in Multan. «Es war ein zweijähriger Kurs, aber sie hat ihn nicht zu Ende gemacht», sagte eine Lehrerin am Institut. «Sie war ein gutes Mädchen. Ich weiß nicht, warum sie gegangen ist und was mit ihr passiert ist.» Die Lehrerin teilte nicht mit, in welchem Zeitrahmen Malik das Institut besuchte.

Frühere Kommilitoninnen von Malik in der Bahauddin Zakariya Universität sagten aber, Malik habe die Koranschule im Anschluss an die Seminare in der Uni besucht, an der sie von 2007 bis 2013 Pharmazie studiert habe.

Sie habe sich durch die Koranschule «drastisch verändert» und sei immer «ernster und strenger» geworden, sagte eine Kommilitonin, die nicht namentlich genannt werden wollte.

Ideologisch nahe bei Taliban

Ein Verwaltungsvertreter der Koranschule sagte, er könne weder bestätigen noch dementieren, dass Malik an dem Institut eingeschrieben gewesen sei. Die Al-Huda-Institut habe aber nichts mit dem Anschlag in San Bernardino zu tun und sei «nicht verantwortlich für die persönlichen Taten unserer Schüler».

Das Angebot des 1994 gegründeten Instituts richtet sich an Frauen aus der Mittel- und Oberschicht, die sich intensiver mit dem Islam auseinandersetzen. Es unterhält auch Büros in den USA, in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Indien und in Großbritannien.

Die Koranschule hat keine bekannten Verbindungen zu Extremisten. Kritiker warfen dem Al-Huda-Institut allerdings vor, ideologisch den radikalislamischen Taliban nahe zu stehen.

(L'essentiel/ij/cfr/afp)

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