Weihnachtsfest: «Stëmm vun der Strooss» beglückt mehr als 400 benachteiligte Luxemburger

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Weihnachtsfest «Stëmm vun der Strooss» beglückt mehr als 400 benachteiligte Luxemburger

LUXEMBURG – Zum ersten Mal nach zwei Jahren Pandemie konnte der Verein zu Weihnachten wieder Menschen beglücken, den es sonst an Glück im Leben fehlt.

von
Nicolas Martin
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Ein Tannenbaum, eine Musikgruppe, mit Leckereien gefüllte Teller, Geschenke und eine warmherzige Stimmung? Im Kulturzentrum Bonneweg wurde bereits heute Abend Weihnachten gefeiert. Und zwar, das Weihnachtsfest der «Stëmm vun der Strooss», die sich seit 1996 für die soziale und berufliche Integration benachteiligter Menschen einsetzt.

«Das ist die erste Weihnachtsfeier, bei der es keinen Platz mehr gibt. Wir haben für 400 Leute geplant, und es ist voll. Dabei hat es gerade erst begonnen», stellt die Leiterin Alexandra Oxacelay fest. Es sei wichtig, zu dieser Jahreszeit etwas zu tun. Selbst für manche Menschen, die nicht von der Gesellschaft ausgeschlossen sind, sei Weihnachten nicht einfach. «Stellen Sie sich vor, Sie wären allein, ohne Familie. Sie müssten die Feiertage so verbringen und könnten sich nichts leisten, nichts verschenken oder gar Geschenke bekommen. Wie würden Sie sich fühlen?», betont Alexandra. Es habe einen Grund, warum so viele Menschen zu der Feier kommen.

Fast 90 Freiwillige sind aktiv, um zu helfen, die von «La Provençale» angebotenen Mahlzeiten oder die Stollen von «Auchan» und «De Schnéckert» zu servieren. Außerdem gibt es eine Bar, einen Barbier, der sich um die Bedürftigen kümmert. «Es ist ein Moment, den wir mit den Menschen teilen. Es erinnert uns daran, dass andere im Leben viel weniger Glück haben als wir. Es ist Weihnachten für alle», merkt der Friseur Ken Kries an. Indem er ihnen ermöglicht, wie alle anderen zu sein, mache er ihnen eine Freude. «Jemanden zu haben, der sich um sie kümmert», fügt Alexandra Oxacelay hinzu.

Ein Stand für Kinder

«Ich komme jedes Jahr. Ich finde es super, dass die Leute zusammen essen und ein Geschenk bekommen», wirft Wouter, ein Begünstigter, ein und stellt fest, dass es «viele neue Gesichter» gebe. Aufgrund der Pandemie konnte zwei Jahre keine Feier stattfinden. Es gebe Menschen, die wirklich etwas zu essen bräuchten. Dennoch sei es eine Möglichkeit zu feiern und neue Leute zu treffen. «Es kommen vermehrt ältere Menschen, die früher dieses Bedürfnis nicht hatten. Die Lebenshaltungskosten und die Kosten für medizinische Versorgung sind stark gestiegen», fügt Jean hinzu. Luxemburger hätten Angst davor, was die Anderen sagen, vor der Schande. Enorm viele Menschen, die es brauchen könnten, würden den Schritt nicht wagen, so Jean: «Im Allgemeinen funktioniert das System in Luxemburg gut, aber für den, der strauchelt, ist es unerbittlich.»

Auch Unternehmen leisten ihren Beitrag. Lauras Team, aus dem Bankensektor, wollte unbedingt in der freien Mittagszeit aushelfen. «Uns war nicht wirklich bewusst, dass es so etwas gibt und wir fanden es super. Es ist eine wunderbare Feier.» Ein Teil davon sein zu können, sei nicht nur erfüllend, sondern auch das Richtige. Die junge Frau hilft am Stand für die Kinder. «Das ist natürlich viel emotionaler. Man denkt, dass kein Kind heute hier sein sollte, aber es gibt welche. Sie sind super offen und glücklich. Sie versuchen, den kindlichen Zauber zu leben, der ihnen zustehen sollte», sagt sie abschließend.

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