Frankreich – Steuerbehörden durchsuchen Google-Sitz

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FrankreichSteuerbehörden durchsuchen Google-Sitz

Französische Ermittler haben Büros von Google durchsucht. Es seien 100 Beamte vor Ort gewesen, berichtet «Le Parisien».

Finanz-Ermittler der Polizei und 25 Informatik-Experten seien beteiligt gewesen: Journalisten warten vor dem Google-Sitz in Paris. (24. Mai 2016)

Finanz-Ermittler der Polizei und 25 Informatik-Experten seien beteiligt gewesen: Journalisten warten vor dem Google-Sitz in Paris. (24. Mai 2016)

Matthieu Alexandre

Hintergrund bei der Durchsuchung des US-Internetkonzerns in Frankreichs Hauptstadt seien Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung und Geldwäsche, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Das Verfahren sei bereits im Juni vergangenen Jahres eingeleitet worden und solle überprüfen, ob Google seinen Steuerverpflichtungen in Frankreich ordnungslaut nachgekommen sei. Vorausgegangen sei eine Klage der französischen Finanzverwaltung.

Es gehe darum, zu klären, ob Google Ireland Ltd. eine feste Niederlassung in Frankreich hat und ob das Unternehmen gegen Steuer-Vorschriften verstoßen habe, indem es einen Teil seiner Aktivitäten in Frankreich nicht dort angegeben habe.

Die Erklärung des Unternehmens

An der Durchsuchung seien Finanz-Ermittler der Polizei und 25 Informatik-Experten beteiligt gewesen. Der Zeitung Le Parisien zufolge waren etwa 100 Beamte vor Ort. Eine Person aus dem Umfeld des französischen Finanzministeriums sagte, die Razzia habe in den frühen Morgenstunden begonnen.

Google erklärte dazu: «Wir halten uns an französisches Recht und kooperieren umfänglich mit den Behörden, um ihre Fragen zu beantworten.» Die Finanz-Staatsanwaltschaft erinnerte selbst an die Unschuldsvermutung.

In der Kritik

Frankreich verlangt von den Amerikanern Steuernachzahlungen von 1,5 Milliarden Euro, wie es bereits im Februar in Kreisen des Finanzministeriums hieß. Wie andere international tätige Konzerne steht auch Google wegen Steuertricks in der Kritik.

In Großbritannien einigte sich der Internetkonzern im Januar mit den Finanzbehörden auf die Zahlung von 130 Millionen Pfund (rund 180 Millionen Euro). Kritiker bemängelten die Vereinbarung jedoch als zu günstig für das Unternehmen.

(L'essentiel/mch/fal/sda)

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