Bausektor – Streik-Frage spaltet die Gewerkschaften

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BausektorStreik-Frage spaltet die Gewerkschaften

LUXEMBURG - Seit 4 Jahren laufen die Verhandlungen über einen neuen Kolektivvertrag im Bausektor. Kommt es endlich zum Streik? Diese Frage spaltet die Gewerkschaften.

Die Chance, dass sich Bauarbeiter demnächst gegen Lohndumping im Bausektor in Luxemburg mobil machen, ist derzeit gering.

Die Chance, dass sich Bauarbeiter demnächst gegen Lohndumping im Bausektor in Luxemburg mobil machen, ist derzeit gering.

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Seit 2009 laufen die Verhandlungen zwischen den Gewerkschaften und den Vertretern des Bausektors über einen neuen Kollektivvertrag. Doch bis jetzt konnte keine Einigung gefunden wurden. Nun hat die Gewerkschaft LCGB eine Umfrage zur Streikbereitschaft unter seinen Mitgliedern durchgeführt.

Lediglich 25 Prozent der Belegschaft zeigten sich demnach bereit, an einer Protestaktion gegen Arbeitsverhältnisse in der Baubranche teilzunehmen, wie aus einem Schreiben von LCGB am Freitagmorgen hervorgeht. Dabei unterstützt die Mehrheit der Mitarbeiter die Verhandlungen, die die Gewerkschaften im Kampf für einen neuen Tarifvertrag führen.

OGBL will Urabstimmung zum Streik organisieren

Die Gewerkschaft OGBL zeigt sich über das Ergebnis der LCGB-Umfrage erstaunt: Die Streikbereitschaft sei sehr hoch, sagt Jean-Luc De Matteis, Generalsekretär für das Bauwesen beim OGBL. Seine Gewerkschaft stellt 80 Prozent der Mandate im Sektor, der rund 14'000 Personen beschäftigt. Nach der Informationskampagne will die Gewerkschaft eine Urabstimmung über den Streik organisieren.

Dass man zu Aktionen bereit sei, bedeute nicht, dass eine Rückkehr zum Verhandlungstisch ausgeschlossen sei, sagt de Matteis. «Wir sind nach wie vor dialogbereit», so der OGBL-Verhandlungssekretär. Man sei ausdrücklich für weitere Verhandlungen.

Schlichtung gescheitert

2009 hatten die Verhandlungen über einen neuen Kollektivvertrag in der Baubranche angefangen. Forderung der Bauuunternehmer: Arbeitszeiten auf 52 Stunden von April bis Oktober erhöhen. Doch die Gewerkschaften wehren sich dagegen. Sie fordern eine Lohnerhöhung und den Zugang aller Bauarbeiter zu Weiterbildungsmaßnahmen.

Weil sich die Parteien nicht einigen konnten, landeten die Verhandlungen im März diesen Jahres vor dem Schlichter. Doch auch dieses Verfahren scheiterte. Die Bauunternehmer argumentierten damit, dass sie keinen Spielraum hätten und es Firmenschließungen geben werde, erklärte Jean-Luc de Matteis, Generalsekretär für das Bauwesen bei der Gewerkschaft OGBL, in einem Interview mit «L’essentiel».

Die Gewerkschaften wollen nun weiter Verhandlungen in Gang bringen. Ein neues Treffen mit den Mitgliedern ist geplant.

(if/L'essentiel Online mit tageblatt.lu)

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