Luxemburg: Studie ermittelt ideales Maß an Homeoffice-Tagen

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LuxemburgStudie ermittelt ideales Maß an Homeoffice-Tagen

LUXEMBURG - Die Arbeitnehmer im Großherzogtum benötigen einen Tag Telearbeit pro Woche. Das belegt eine am Mittwoch veröffentlichte Studie des Immobilienunternehmens Jones Lang LaSalle (JLL).

von
Yannis Bouaraba
Die Covid-Pandemie hat die Einstellung gegenüber der Telearbeit bei vielen Arbeitgebern und -nehmern verändert.

Die Covid-Pandemie hat die Einstellung gegenüber der Telearbeit bei vielen Arbeitgebern und -nehmern verändert.

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In ihrer jährlichen Pressekonferenz hat die luxemburgische Zweigstelle des Immobilienunternehmens Jones Lang LaSalle (JLL), am Mittwoch unter anderem die Ergebnisse seiner Studie bezüglich des Homeoffice-Verhaltens im Großherzogtum präsentiert. Das von JLL erstellte Barometer 2022 über die Präferenzen der Arbeitnehmer in Luxemburg zeigte, dass die hybride Arbeitsform im Jahr 2022 ein optimales Niveau erreicht hat, mit durchschnittlich einem Tag Telearbeit pro Woche. Dies liegt zwar deutlich unter den Durchschnittswerten von Deutschland (2,3 Tage Telearbeit pro Woche) und Frankreich (1,4 Tage pro Woche), ist aber ein Niveau, mit dem die Arbeitnehmer in Luxemburg zufrieden sind, gemäß der von Befragten geäußerten Antworten.

Für diesen Unterschied gibt es zwei Gründe: Die gelockerten Regeln, die in Luxemburg während der verschiedenen Lockdown-Phasen eingeführt wurden und die mit der Pandemie verbundene Isolation, haben Arbeitnehmer die Rückkehr ins Büro erleichtert. Außerdem schränkt der steuerliche Rahmen die Telearbeit von Grenzgängern stark ein. «Die Studie zeigt, dass es oberhalb dieses Werts (1 Tag Homeoffice pro Woche) zu einer Abkehr vom Unternehmen kommt. Dies wirkt sich auf die Leistung, das Zugehörigkeitsgefühl zum Arbeitgeber und das Gefühl der Isolation aus», erklärt Emna Rekik, die die Ergebnisse der Studie für JLL vorstellte.

«Das Büro kann nicht verschwinden»

43 Prozent der befragten Arbeitnehmer gaben an, dass sie sich im Homeoffice produktiver fühlten, während 45 Prozent der Meinung waren, dass sie gleich produktiv waren.12 Prozent der Befragten hingegen gaben an weniger produktiv gewesen zu sein. Nur 39 Prozent der befragten Arbeitnehmer waren der Meinung, dass das Büro der beste Ort zum Arbeiten sei, und 18 Prozent planten sogar, im Laufe des Jahres zu kündigen.

Die Studie zeigt jedoch, dass die Flexibilität der Arbeit zwar heute ein etabliertes und nicht verhandelbares Kriterium für Arbeitnehmer ist, die Ausübung von Tätigkeiten am Arbeitsplatz jedoch nach wie vor wichtig ist. So fühlen sich 15 Prozent der Befragten bei der Telearbeit isoliert, während 57 Prozent den Mangel an Interaktionen wegen der Distanz bedauern.

«Wir sind davon überzeugt, dass das Büro nicht verschwinden kann. Es ist und bleibt zentral. Wir erwarten, dass der Arbeitsplatz neu erfunden wird, um dem Arbeitnehmer, der ins Büro zurückkehrt, das zu bieten, was ihm in der Ferne fehlt, aber auch um ihn zu motivieren», fügt Emna Rekik hinzu. Die Mehrheit der Unternehmer möchte den Angestellten zwei Tage Telearbeit in Luxemburg anbieten.

Was ist das ideale Maß an Telearbeit?

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