Wut auf Regierung – Sturm auf Ministerien in Bangkok

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Wut auf RegierungSturm auf Ministerien in Bangkok

Thailands Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra steht zunehmend in der Kritik. Zehntausende sind auf der Straße. Jetzt droht die Situation zu eskalieren.

Zahlreiche Demonstranten haben am Montag zuerst das Finanz-, danach das Außenministerium in der thailändischen Hauptstadt Bangkok gestürmt. Ein Ministeriumssprecher sagte, eine Gruppe Demonstranten habe sich am Abend gewaltsam Zugang zum Grundstück verschafft aber versprochen, nicht in das Gebäude zu gehen.

Zuvor waren zahlreiche Demonstranten auf das Gelände des Finanzministeriums gelangt. Anschließend verschafften sie sich Zugang zu dem Gebäude und zum Haushaltsbüro. Der Anführer der Demonstration, Suthep Thaugsuban, rief die Menge auf, in die Gebäude zu gehen und Strom- und Wasserzufuhr zu unterbrechen. «Geht hinauf in jedes Stockwerk, geht in jeden Raum, aber zerstört nichts», rief er. «Lasst sie die Macht des Volkes sehen.» Das Gebäude war nur von wenigen Polizisten bewacht.

Ärger über Yinglucks Bruder

Die Aktion ist Teil eines groß angelegten Protests der Opposition. Sie fordert den Rücktritt der Regierung von Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra, der Schwester des im Exil lebenden früheren Regierungschefs Thaksin Shinawatra. Die Opposition wirft ihr vor, Thaksin kontrolliere nach wie vor die thailändische Regierung. Thaksin war 2006 nach einem Militärputsch abgesetzt worden, 2008 floh er aus Thailand.

Auch an anderen Orten in Bangkok gab es massive Proteste. Dutzende Schulen entlang der Route der Demonstranten blieben geschlossen. Bereits am Wochenende hatte es mit mehr als 150'000 Teilnehmern die grössten Proteste von Thaksin-Gegnern in Bangkok seit Jahren gegeben.

(L'essentiel Online/kmo/sda)

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