Sechs Tote – Sturm fordert Tote und sorgt für Verkehrschaos

Publiziert

Sechs ToteSturm fordert Tote und sorgt für Verkehrschaos

Wirbelsturm Friederike trifft Teile Europas mit voller Wucht und fordert mindestens sechs Tote. Die Deutsche Bahn stellt den Fernverkehr ein.

Orkantief «Friederike» ist am Donnerstag über Deutschland gefegt und hat am Nachmittag im gesamten Bundesgebiet den Bahnverkehr lahmgelegt. Mindestens ein Mensch starb. Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) erreichten Böen Geschwindigkeiten von bis 130 Kilometer pro Stunde. Auf dem Brocken fegten Orkanböen sogar mit 190 km/h. In einigen Bundesländern fiel der Schulunterricht aus. Auch mehrere Flughäfen strichen aus Sicherheitsgründen Flüge.

Luxemburg blieb von ärgeren Sturmschäden verschont. Die Einsatzzentrale 112 meldete gegen 17 Uhr, dass insgesamt 34 Straßen im Land wegen umgestürzter Bäume blockiert waren. Zudem wurde ein Hausdach beschädigt. Die höchste Windgeschwindigkeit wurde mit 102 km/h in Eschdorf gemessen. Angespannt bleibt hingegen die Hochwassersituation an der Mosel.

Auf einem Campingplatz am Rhein bei Emmerich (D) wurde hingegen ein 59-Jähriger von einem Baum erschlagen. Er sei sofort tot gewesen. Mehrere Menschen wurden von umstürzenden Stämmen verletzt. Der Wetterdienst warnte vor entwurzelten Bäumen herabstürzenden Dachziegeln.

«Nehmt mein Haus, nehmt meine Habseligkeiten»

Auch in Deutschlands Nachbarlanden hat der heftige Sturm bereits Tote gefordert. Zwei Menschen starben in den Niederlanden wegen umstürzender Bäume. Auch in Belgien wurde eine Frau von einem Baum erschlagen.

Der Sturm hat auch in weiten Teilen Italiens Schäden angerichtet und einen Menschen getötet. Ein Mann sei am Mittwoch mit seinem Bruder in Crotone, im Südosten des Landes, auf ein Dach geklettert, um es auf Sturmschäden zu prüfen, berichteten italienische Nachrichtenagenturen. Der Wind habe ihn umgeworfen, so dass er in den Tod stürzte.

Die Böen machen Passanten in ’s-Hertogenbosch offenbar zu schaffen. Auf Social Media kursieren diverse Clips von Menschen, die gegen den Wind verlieren. Ob sich die Szenen tatsächlich so zugetragen haben, ist vorerst unklar.

Ein Twitter-User scherzt: «Nehmt mein Haus, nehmt mein Hab und Gut, aber fasst mein Fahrrad nicht an.»

«Friederike» zog am Donnerstag der Vorhersage nach in einem breiten Streifen von Nordrhein-Westfalen und dem südlichen Niedersachsen über Nord- und Mittelhessen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Am Nachmittag sollte der Orkan bis nach Sachsen und Südbrandenburg ziehen. Danach soll das Wetter in Deutschland wechselhaft bleiben, es wird kälter.

Bahnverkehr in Rheinland-Pfalz gestoppt

Auf der Schnellstrecke zwischen Köln und Frankfurt am Main wurde der Bahnverkehr gestoppt. In Rheinland-Pfalz wurde der Verkehr zudem auf den Linien Mönchengladbach-Koblenz, Wesel-Koblenz und Koblenz-Köln bis auf weiteres angehalten, wie das Unternehmen mitteilte. Wegen des Sturms drosselte die Bahn in Rheinland-Pfalz auf den anderen Strecken die Höchstgeschwindigkeit im Fernverkehr auf Tempo 140 und im Nahverkehr um 20 Prozent. Die Bahn riet allen Reisenden, sich online über den aktuellen Stand zu informieren.

Auch im Norden kam es zu massiven Einschränkungen. Die Strecke Hamburg-Berlin sei dicht, sagte ein Bahnsprecher am Mittag. Auch der Zugverkehr in Richtung Westen sei unterbrochen. Einschränkungen gab es auch auf der Strecke Hamburg-Lübeck.

In Regionen, in denen Orkanböen drohen, empfehlen die Meteorologen, Aufenthalte im Freien zu vermeiden. Sie warnen vor entwurzelten Bäumen, herabstürzenden Dachziegeln und Schäden an Gerüsten und Hochspannungsleitungen.

(L'essentiel/dpa/20min.ch/jt)

So wird das Wetter!

Hier finden Sie die Wettervorhersage für Ihren Wohnort in Luxemburg und der Großregion.

Deine Meinung