In Luxemburg – Suchtkranke umgehen System mit einem Trick

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In LuxemburgSuchtkranke umgehen System mit einem Trick

LUXEMBURG - Das schmerzhemmende Mittel Codein ist in Luxemburg nur auf Rezept erhältlich. Doch Suchtpatienten kenenn Wege, wie sie zu ihrem Stoff kommen.

Codein-Medikamente sind nur auf Rezept erhältlich.

Codein-Medikamente sind nur auf Rezept erhältlich.

Unter Jugendlichen in Frankreich geht ein gefährlicher Trend um: Teenager schmeißen sich rezeptfrei erhältliche Codein-Medikamente ein, um sich so in einen Rauschzustand zu versetzen. Die Folgen können verheerend sein; es besteht zum Beispiel die Gefahr einer tödlichen Überdosis.

Im Großherzogtum ist der freie Verkauf von codeinhaltigen Medikamenten wie zum Beispiel Hustensäften seit einigen Jahren nicht mehr erlaubt. Die Vorlage einer «Ordonnance» ist in der Apotheke Pflicht. Das heißt aber nicht, dass das System keine Lücken aufweist. «Bestimmte Leute entwickeln Umgehungsstrategien», sagt ein Gesundheitsexperte. «Sie gehen zu verschiedenen Ärzten, um mehrere Rezepte zu bekommen. Dadurch schlüpfen sie durch das Netz und bekommen eine große Menge an Codein, das sie dann in hoher Dosierung zu sich nehmen.»

Nimmt man zu viel Codein ein, verursacht der Wirkstoff Schläfrigkeit und führt zu verminderter Atmung und Aufnahmefähigkeit. Zudem macht die Substanz sehr schnell süchtig. «Die Mitarbeiter der Apotheken kennen das Phänomen und werden entsprechend geschult. Sie können die Arzneimittelabgabe gegebenenfalls ablehnen», sagt der Präsident des Apothekerverbands, Alain de Bourcy. Die Einführung der elektronischen Pflegeakte («dossier de soins partagé - DSP»), die alle wesentlichen gesundheitsbezogenen Daten eines Patienten speichert und die für medizinisches Fachpersonal einsehbar ist, sollte das Problem endgültig zurückdrängen.

(Mathieu Vacon/L'essentiel)

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