Aus für «Kuschelfotos» – Südafrika will private Löwenzucht verbieten

Publiziert

Aus für «Kuschelfotos»Südafrika will private Löwenzucht verbieten

Knapp 11.000 in Gefangenschaft gezüchtete Löwen werden in Südafrika schätzungsweise auf über 260 Löwenfarmen gehalten. Umweltministerin Barbara Creecy will dem ein Ende setzen.

Die Raubtiere würden von der Geburt bis zum Tod kommerziell verwertet: Für Kuschelfotos und als Jagdtrophäe.

Die Raubtiere würden von der Geburt bis zum Tod kommerziell verwertet: Für Kuschelfotos und als Jagdtrophäe.

DPA/-

Südafrika sagt der umstrittenen Löwen-Zuchtindustrie im Land den Kampf an. Nachdem Umweltministerin Barbara Creecy entsprechende Empfehlungen für einen Stopp des millionenschweren Geschäfts mit der Zucht von Löwen in Gefangenschaft angekündigt hat, gibt es Beifall von Tierschützern. «Dies bedeutet auch das Ende von "Kuschel-Selfies" von Touristen mit Löwenbabys», schreibt am Mittwoch die Tierschutzorganisation Humane Society International-Africa (HSI-Africa) in einer Erklärung.

Nach ihren Schätzungen werden in Südafrika landesweit knapp 11.000 in Gefangenschaft gezüchtete Löwen auf über 260 Löwenfarmen gehalten. «Diese Entscheidung ist ein großer Erfolg für die südafrikanischen Löwen», betont HSI-Afrika-Direktorin Audrey Delsink. Die Raubtiere würden von der Geburt bis zum Tod kommerziell verwertet – dazu gehören auch sogenannte Kuschelfotos mit sehr jungen Löwenbabys, für die Touristen zahlen. «Anschließend, sobald die Löwen erwachsen sind, werden sie Trophäenjägern angeboten, die sie in einem eingezäunten Gebiet erschießen und für den internationalen Handel mit Löwenknochen töten», kritisiert die Organisation. Deutschland gilt in der EU als eines der Hauptimportländer für Löwentrophäen aus Südafrika.

Ministerin Creecy hatte ihre Empfehlungen am Wochenende im Rahmen einer Überprüfung der bestehenden Richtlinien und Praktiken zum Umgang und Handel mit Elefanten, Löwen, Leoparden und Nashörnern verkündet. Sie will damit die Zucht von Löwen in Gefangenschaft und den kommerzielle Handel mit Löwenprodukten künftig verhindern. «Es ist wichtig zu betonen, dass sich die Empfehlungen nicht gegen die Jagdindustrie richten», hatte sie erklärt und betont: «Das Verhindern der Jagd auf Löwen in Gefangenschaft ist auch im Interesse der echten Wildtier-Jagdindustrie.»

(L'essentiel/dpa)

Deine Meinung