Monstersturm – Süden der USA erstarrt unter Schnee und Eis

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MonstersturmSüden der USA erstarrt unter Schnee und Eis

Eisregen und unüblich starke Schneefälle suchen Amerikas Südosten heim. Weiträumig drohen Stromausfälle und chaotische Straßenverhältnisse.

Zwei Wochen nach einem heftigen Schneesturm machen sich die Südstaaten der USA erneut auf winterliches Verkehrschaos und massenhafte Stromausfälle gefasst. Im wenig kälteerprobten Bundesstaat Georgia wurden bis zu 30 Zentimeter Schnee erwartet, in mehreren Staaten wurde der Notstand ausgerufen.

Bereits am Mittwochmorgen waren insgesamt rund 175'000 Menschen ohne Strom, berichteten TV-Sender und Agenturen. Weil in den USA viele Stromleitungen überirdisch verlaufen, können Äste und Bäume, die unter den Schnee- und Eismassen auf Leitungen stürzen, ganze Nachbarschaften vom Stromnetz abkoppeln.

So viel Schnee wie selten

«Wir machen keine Scherze und schlagen keinen blinden Alarm», sagte Georgias Gouverneur Nathan Deal. «Das ist eine ernsthafte Angelegenheit.» Der Süden wappne sich für das Schlimmste, titelten Zeitungen. In Georgia werden bis zu zwei Zentimeter Schnee erwartet, was für die dortige Bevölkerung exrem ungewohnt ist. In North Carolina könnten bis über zwanzig Zentimeter fallen.

Bewohner wurde aufgefordert, zu Hause zu bleiben und die glatten Strassen zu meiden. Streufahrzeuge eilten aus Nachbarstaaten zu Hilfe. «Das beste, was die Menschen jetzt machen können, ist zu Hause zu bleiben und sich warm zu halten», sagte Derrec Becker von der Katastrophenschutzabteilung im Staat South Carolina auf CNN.

Ausläufer bis Neuengland

In Texas und Mississippi wurden als Folge des Eis- und Schneesturms bereits sechs Todesopfer gezählt. Die Wetterfront soll in den kommenden Tagen weiter in Richtung Nordosten bis nach Neuengland ziehen. In der Hauptstadt Washington könne es im Laufe des Donnerstags starke Schneefälle geben. Gegen Ende des Morgens fielen am Mittwoch an der US-Ostküste über 3000 Flüge aus; der Internationale Flughafen von Atlanta war «praktisch geschlossen», sagte ein Sprecher von Southwest Airlines zu Reuters.

Mehr Fläche, mehr Eis

Die Bewohner Georgias fürchten eine Wiederholung der Wetterkatastrophe des Jahres 2000. Damals sei der Bundesstaat von einer 1,3 Zentimeter dicken Eisschicht bedeckt worden, und bei 350’000 Menschen sei der Strom ausgefallen, sagt der Meteorologe Dan Darbe gegenüber Reuters. Beim kommenden Sturm «reden wir von einer viel größeren Fläche und einer viel größeren Menge Eis», sagte er.

(L'essentiel/sut/sda)

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