Nukleare Bedrohung – Südkorea will Kim Jong-un notfalls töten

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Nukleare BedrohungSüdkorea will Kim Jong-un notfalls töten

Seoul sieht sich vom hochgerüsteten Nordkorea bedroht. Sollte Pyongyang eine funktionstüchtige Atomwaffe entwickeln, sieht Südkorea nur einen Ausweg.

Nordkoreas Bestrebungen, eine gefürchtete Atommacht zu werden, versetzen die Welt in Sorge. Besonderen Grund zur Angst hat das Nachbarland Südkorea. Für den Fall, dass die Bedrohung durch eine Nuklearwaffe real werden sollte, hat Seoul aber schon einen Plan parat: Elite-Truppen sollen Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un eliminieren.

Über diese Absicht hat Südkoreas Verteidigungsminister in dieser Woche ganz offen gesprochen. Laut CNN wurde Han Min-koo am Mittwoch im Parlament gefragt, ob es bereits eine Einheit gebe, die Nordkoreas Diktator eliminieren könne. Die Antwort des Ministers: «Ja, wir haben einen solchen Plan.»

Überraschende Ehrlichkeit

Seoul habe die generelle Vorstellung und den Plan, Anlagen des Feindes mit Raketen anzugreifen sowie die Führung des Feindes zu eliminieren, führte der Politiker weiter aus. Bereits seit längerem war über Mordpläne seitens Südkorea spekuliert worden. Die ehrliche Antwort von Han Min-koo komme aber doch für viele überraschend, schreibt CNN.

«Ein Präsident möchte gern diese Option haben. Dafür nicht zu trainieren und die Möglichkeit zu haben, wäre ein Fehler», zitiert der Sender den Asien-Experten Daniel Pinkston.

Antrieb getestet

Seit Nordkoreas fünftem Atomtest am 9. September ist der Nachbar im Süden alarmiert. Am Dienstag testete Pyongyang zudem einen Antrieb für eine Satelliten-Trägerrakete. Daraufhin ließen die USA am Mittwoch zum zweiten Mal binnen einer Woche Überschallflugzeuge über den Luftraum Südkoreas fliegen.

Mit dem jüngsten Test habe Nordkorea offensichtlich die Leistung eines Antriebs überprüfen wollen, «der auch für Langstreckenraketen genutzt werden kann», teilte der Generalstab des südkoreanischen Militärs mit. Ziel von Machthaber Kim ist es, Raketen zu bauen, die auch einen Atomsprengkopf bis in die USA tragen können.

Militärs in den USA und in Südkorea gehen davon aus, dass Nordkorea noch nicht über eine einsatzfähige Interkontinentalrakete verfügt, diesem Ziel aber mit jedem Test einer Weltraumrakete näher kommt. Aus der Sicht von Experten gibt es prinzipiell keine Unterschiede zwischen einer Rakete, die einen Satelliten ins All bringt, und einer Rakete, die Atomsprengköpfe transportiert.

(L'essentiel/mlr)

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