In Luxemburg – Tabakschmuggel reicht über die Grenzregion hinaus

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In LuxemburgTabakschmuggel reicht über die Grenzregion hinaus

LUXEMBURG – Die Fälle von Schmugglern, die in Frankreich verhaftet wurden, nachdem sie ihren Tabak im Großherzogtum gekauft hatten, häufen sich.

In Frankreich sind Tabakwaren doppelt so teuer wie in Luxemburg.

In Frankreich sind Tabakwaren doppelt so teuer wie in Luxemburg.

AFP/Jean-Christophe Verhaegen

Mutmaßliche Schmuggler mit in Luxemburg gekauften Tabakwaren im Wert von umgerechnet 7000 Euro wurden in der Nähe von Longwy verhaftet: Der Fall machte Schlagzeilen in der Lokalpresse, zumal die Beschuldigten aus der Loire-Region kamen. Es ist nicht das erste Mal, dass der französische Zoll mutmaßliche Tabakschmuggler aus Regionen erwischt, die Hunderte von Kilometern von Luxemburg entfernt sind.

Seit 2020 und der Verabschiedung eines neuen Gesetzes durch die französische Nationalversammlung dürfen Franzosen nicht mehr als eine Stange Zigaretten von jenseits der Grenze einführen. Ein Gesetz, das das Bild an den Tankstellen des ganzen Landes verändert hat. «Am liebsten würde ich 2019 wieder hinfahren, und das nicht nur wegen Corona», sagt der Betreiber einer großen Tankstelle in Luxemburg.

« Abgesehen von einer Erinnerung an das Gesetz können wir nicht viel tun »

Der Anstieg der Tabakpreise in Frankreich, wo eine Packung mittlerweile mehr als zehn Euro kostet, also doppelt so viel wie in Luxemburg, hat bei vielen Menschen im Nachbarland zwangsläufig zu einem verstärkten Interesse auf der Suche nach dem schnellen Geld geführt. Auch, wenn sie nicht den Großteil der Kundschaft darstellen. Im Gegenteil. «Die meisten von ihnen sind Leute, die drei oder vier Stangen kaufen», sagt der Tankstellenbetreiber, «es ist aber schon vorgekommen, dass Kunden uns die Ware nach Absprache mit den Zollbeamten oder der Polizei nach der Beschlagnahmung zurückbringen».

Der Profi erklärt, dass er kein Interesse an Schmugglern hat. Dies würde die Gefahr von Aggressionen in der Nähe der Tankstelle erhöhen und die Polizeikontrollen vervielfachen. Rechtlich gesehen hindere ihn nichts daran, eine größere Menge Tabak zu verkaufen. «Abgesehen von einer Erinnerung an das Gesetz können wir nicht viel tun», sagt er, «für uns wäre das Problem eher der Lagerbestand, der nicht grenzenlos ist».

Es sei auch schwer festzustellen, ob er jemals mit echten Schmugglern zu tun hatte. «Die meiste Zeit gehen sie um die Stationen herum, um keinen Verdacht zu erregen», sagt der Tankstellenbetreiber, «aber wir haben bereits Anrufe von Leuten erhalten, die nach den Kontrollen fragen, ja». Was den Schmuggel betrifft, seien die französischen Behörden sehr wachsam. Personen, die wegen illegalen Handels verurteilt werden, müssen mit Haftstrafen von bis zu drei Jahren rechnen oder riskieren Geldstrafen in Höhe des doppelten Warenwerts.

(Thomas Holzer/L'essentiel)

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