Luxemburg: Tabuthema Vasektomie – Ein Vater berichtet über seine persönliche Erfahrung

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LuxemburgTabuthema Vasektomie – Ein Vater berichtet über seine persönliche Erfahrung

LUXEMBURG – Um ihre Partnerin bei der Verhütung zu entlasten und/oder aus Überzeugung entscheiden sich viele ältere sowie jüngere Männer für eine Vasektomie. Ein Erfahrungsbericht aus Luxemburg.

von
Nicolas Chauty

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Alex ist Angestellter eines Transportunternehmens in Luxemburg und möchte diejenigen ermutigen, die noch zögern, den Schnitt der Vasektomie zu wagen. Bestärkt wurde er durch den «Bad Buzz», der in den letzten Tagen um einen jungen Franzosen entbrannte, der in den sozialen Netzwerken torpediert wurde, nachdem er selbst bei den Kollegen von Konbini über seine Erfahrungen berichtet hatte.

Die Vasektomie ist eine Sterilisationsmethode für den Mann, bei der die Beförderung der Spermien aus den Hoden blockiert wird. Alex, ein belgischer Grenzgänger, hat sich vor fünf Jahren im Alter von 45 Jahren dieser Methode unterzogen. Nach drei Söhnen wollte er keine Kinder mehr und, dass seine Partnerin in «Sachen Verhütung ihre Ruhe hat». Sie habe einige gesundheitliche Probleme, die durch die Pille auch nicht besser wurden. «Ich hatte schon mit 40 Jahren daran gedacht, aber ich war schlecht informiert», erzählt Alex.

«Tut es!»

Nach leichten Schmerzen in den Genitalien und einem Routinetermin beim Urologen, wurde der Prozess tatsächlich eingeleitet. «Bei einem Gespräch sagte er mir, dass die Entscheidung bei mir liege und beruhigte mich», erzählt Alex. Zwei Monate später erfolgte die Operation in der Klinik in Niederkorn: «Nach nur 20 Minuten war es vorbei und ich wurde entlassen. Ich hatte nur einen Bluterguss und ein paar Tage lang leichte Schmerzen. Später wurde ein Ultraschall gemacht, um zu sehen, ob alles in Ordnung sei. Danach folgt eine jährliche Nachuntersuchung.»

Alex wurde von seiner Schwester, einem Freund und seinen Söhnen unterstützt, musste sich aber auch mit den Reaktionen der anderen auseinandersetzen, vor allem im beruflichen Umfeld. Die Kommentare waren mal mehr, mal weniger angenehm. «Ich sage allen, die darüber nachdenken, aber noch zögern: ‹Tut es!› Hört nicht auf die Kritiker», so Alex. Jemand, der gar keine oder keine Kinder mehr will, solle nicht zögern und die Frau solle die Last der Verhütung nicht allein tragen müssen.

«Einer meiner 20-jährigen Söhne will keine Kinder und auch nicht heiraten, deshalb rate ich ihm zur Vasektomie. Einer meiner Neffen, verheiratet und Vater, hat sie gerade ebenfalls in Luxemburg durchführen lassen und auch bei seiner Entscheidung hat meine Erfahrung eine Rolle gespielt», erzählt Alex. Solche Erfahrungsberichte kommen allmählich immer mehr ans Licht.

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