Anschlag in St. Petersburg – Täter hatte Verbindungen zu radikalen Islamisten
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Anschlag in St. PetersburgTäter hatte Verbindungen zu radikalen Islamisten

Bei einer Explosion in der Metro von St. Petersburg sind elf Menschen umgekommen, über 50 wurden verletzt. Der Täter soll aus Kirgisien stammen. Die Ereignisse zum Nachlesen.

AFP/AFP

Das Wichtigste in Kürze:

● Bei einer Explosion in einem U-Bahnzug im Zentrum von St. Petersburg sind mindestens elf Menschen umgekommen, dutzende wurden verletzt.
● Nach der Explosion ist eine zweite Bombe in einer weiteren Metrostation gefunden worden. Sie konnte rechtzeitig entschärft werden.
● Die russischen Behörden haben Ermittlungen wegen des Verdachts eines «Terroranschlags» aufgenommen. Die Polizei geht von einem Täter aus Kirgisien aus.

Damit beende wir den Live-Ticker für heute.

15.01

Die russischen Ermittler haben die Erkenntnisse ihrer Kollegen aus Kirgistan bestätigt: Sie identifizierten den mutmaßlichen U-Bahn-Attentäter von St. Petersburg am Dienstag als Akbarschon Dschalilow. Dieser habe die Bombe in dem U-Bahnwaggon deponiert, hieß es in einer Erklärung des Ermittlungsausschusses. Er habe auch die zweite Bombe gelegt, die aber entschärft wurde. Dies zeigten DNA-Spuren auf der Tasche mit der Bombe.

Einige Stunden zuvor hatte der kirgisische Geheimdienst bereits erklärt, Dschalilow habe den Selbstmordanschlag in St. Petersburg verübt. Der 1995 geborene Dschalilow sei russischer Staatsbürger und stamme aus der Region Osch im Süden Kirgistans. Bei dem Anschlag wurden 14 Menschen getötet und 14 weitere verletzt.

Die Nachrichtenagentur Interfax berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, der Täter habe Verbindungen zu radikalen Islamisten. Offiziell gab es dafür zunächst keine Bestätigung. Die Behörden gehen aber von einem terroristischen Hintergrund aus.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow forderte eine verstärkte internationale Zusammenarbeit gegen den Terrorismus. Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand.

Der Kreml schloss heute nicht aus, dass der Bombenanschlag in St. Petersburg auf den Besuch von Präsident Wladimir Putin zielen sollte. «Allein die Tatsache, dass der Terroranschlag verübt wurde, während das Staatsoberhaupt in der Stadt war, zwingt zum Nachdenken», sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow in Moskau. Die Theorie über einen Selbstmordattentäter kommentierte er nicht.

13.10

Der Untersuchungsausschuss, die Geheimdienste und das Innenministerium stellten nach Angaben des Ausschusses fest, der Sprengsatz habe «von einem Mann gezündet werden können, dessen zerrissene sterbliche Überreste im dritten Wagen des Zuges aufgefunden wurden».

Nähere Angaben zu dem mutmaßlichen Täter machte der russische Untersuchungsausschuss nicht. Er verwies auf ermittlungstaktische Erwägungen. Die Behörden der zentralasiatischen Republik Kirgistan hatten am Morgen mitgeteilt, der Anschlag sei von einem Selbstmordattentäter aus Kirgistan verübt worden.

12.14

Großherzog Henri spricht Vladimir Putin, den Familien der Opfer und dem russischen Volk sein Mitgefühl und seine Solidarität aus.

11.20

Chamber-Präsident Mars Di Bartolomeo hat im Namen des Luxemburger Volkes Russland kondoliert. Über den russischen Botschafter in Luxemburg ließ er Douma-Präsidenten Sergueï Narychkine das Schreiben zukommen.

10.30

Die Zahl der Toten ist nach offiziellen Angaben auf 14 gestiegen. Wie die russische Gesundheitsministerin Veronika Skworzowa mitteilte, starben elf Menschen direkt am Anschlagsort. Drei weitere Menschen seien in Rettungswagen oder in Krankenhäusern ihren schweren Verletzungen erlegen.

7.57

Der Attentäter stammt aus der zentralasiatischen Republik Kirgisien. Das sagte ein Sprecher des kirgisischen Geheimdienstes der Nachrichtenagentur AFP in Bischkek. Der Selbstmordattentäter konnte demnach identifiziert werden. Der 1995 in der Stadt Osch geborene Mann habe «wahrscheinlich» auch die russische Staatsangehörigkeit gehabt. Man arbeite mit den russischen Ermittlern zusammen.

7.50

Der Fahrer der Metro habe nach der Explosion die richtige Entscheidung getroffen, zur nächsten Station weiter zu fahren, erklärten die Ermittler. Dadurch sei eine schnelle Evakuierung möglich gewesen.

2.15

Eine Liste mit den Namen der Personen, welche durch die Explosion verletzt wurden und in Spitälern von St. Petersburg versorgt werden, wurde veröffentlicht. Insgesamt 51 Menschen werden in sieben Krankenhäusern behandelt. Vier Frauen konnten noch nicht identifiziert werden.

0.51

Nach dem Anschlag auf die St. Petersburger Metro hat US-Präsident Donald Trump dem russischen Staatschef seine «volle Unterstützung» zugesagt. «Beide, Präsident Trump und Präsident Putin, haben darin übereingestimmt, dass der Terrorismus entscheidend und schnell bezwungen werden muss», teilte das Weiße Haus nach einem Telefonat der beiden Staatschefs mit. Trump habe «die volle Unterstützung der US-Regierung bei der Reaktion auf den Angriff» zugesagt.

Der US-Präsident drückte den Angaben zufolge Russland auch sein Mitgefühl aus. In einer ersten Reaktion hatte Trump den mutmaßlichen Anschlag als «schreckliche Sache» bezeichnet.

0.36

Der Uno-Sicherheitsrat hat den mutmaßlichen Terroranschlag auf die Metro der russischen Metropole St. Petersburg scharf verurteilt. Das Gremium bezeichnete die Tat in New York als «barbarischen und feigen terroristischen Angriff». In der einstimmig beschlossenen Erklärung forderten die 15 Mitglieder des Sicherheitsrates, die Verantwortlichen müssten vor Gericht gestellt werden.

23.41

Russlands Präsident Wladimir Putin hat am Montagabend die Metrostation in St. Petersburg besucht, wo mehrere Menschen bei einer Explosion getötet worden waren. Putin legte Blumen am Eingang der Station am Technologischen Institut im Zentrum der Stadt nieder und verharrte in stillem Gedenken. Er verließ den Ort, ohne sich zu äußern, wie ein AFP-Fotograf berichtete.

23.15

Die Explosion in der U-Bahn wurde einem Agenturbericht zufolge von einem Selbstmordattentäter ausgelöst. Die verdächtige Person sei 23 Jahre alt und komme aus Zentralasien, berichtete Interfax unter Berufung auf Sicherheitskreise. Sie habe Verbindung zu militant-islamistischen Gruppen gehabt, die in Russland verboten seien.

Die staatliche Agentur Tass zitierte eine Quelle, nach der ein Mann und eine junge Frau aus Zentralasien in die Tat involviert sein könnten. Die russische Polizei geht jedoch davon aus, dass es sich um einen islamistischen Selbstmordanschlag mit einem Täter handelt. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Interfax und berief sich auf einen Beamten.

22.40

Laut neusten Behördenangaben sind bei der Explosion elf Menschen umgekommen – bis zu 45 wurden verletzt, zahlreiche schwer.

21.55

Auch der Fussball-Weltverband Fifa reagierte betroffen. Die Explosion sei «schockierend und traurig», hieß es in einer Stellungnahme des Verbandes am Montag. St. Petersburg ist als Spielort für die Fußball-WM 2018 und den Confederations Cup in diesem Sommer vorgesehen.

21.53

Uno-Generalsekretär Antonio Guterres drückte den betroffenen Familien sein tiefes Mitgefühl aus. «Die Verantwortlichen dieser schrecklichen Tat müssen zur Rechenschaft gezogen werden», teilte sein Sprecher mit.

21.19

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat in einem Kondolenztelegramm an den russischen Präsidenten Wladimir Putin ihr «Entsetzen» über die Explosion in der Petersburger U-Bahn geäußert. «Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass es sich um einen feigen Anschlag gehandelt hat», schrieb die Kanzlerin in der am Montagabend in Berlin veröffentlichten Botschaft.

«Sollte sich dies bewahrheiten, so wäre dies ein barbarischer Akt, den ich aufs Schärfste verurteile und dessen Drahtzieher ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden müssen», hieß es weiter. Ihre Gedanken seien «bei den Familien der Todesopfer und bei den Verletzten, denen ich rasche Genesung wünsche», schrieb Merkel.

20.26

Nach dem mutmaßlichen Anschlag hat die Metro in St. Petersburg ihren Betrieb wieder aufgenommen.

20.11

US-Präsident Donald Trump bezeichnete die Ereignisse in St. Petersburg als «schrecklich».

18.40

Premier Xavier Bettel erklärt sein Mitgefühl:

18.23

Russische Behörden teilten mit, ein in der U-Bahn-Station Vosstanija zwei Stunden nach der Detonation in einer anderen Station gefundener und entschärfter Sprengsatz habe bis zu ein Kilogramm Sprengstoff und Splitter enthalten.

18.00

Die russischen Behörden haben Ermittlungen wegen des Verdachts eines «Terroranschlags» aufgenommen. Das teilte die Ermittlungsbehörde in einer Erklärung mit.

17.16

Über die Anzahl der Opfer kursieren unterschiedlich Angaben. Die Anti-Terror-Behörde spricht von mindestens neun Toten und 20 Verletzten, die Gesundheitsministerin nennt hingegen zehn Tote und 39 Verletzte.

17.01

Die Anti-Terror-Behörde hat den Fund einer weiteren, selbstgebauten Bombe bestätigt. Sie konnte rechtzeitig entschärft werden.

16.24

Deutschland hat bereits reagiert:

16.16

Moskaus Vizebürgermeister Maxim Lixutow sagte Interfax, die Sicherheitsvorkehrungen in der Metro der russischen Hauptstadt würden verschärft. Das Nationale Anti-Terror-Komitee kündigte ähnliche Maßnahmen für das gesamte Land an.

16.12

Die russische Generalstaatsanwaltschaft spricht von einem Terrorakt. Der russische Senator Viktor Oserow äußerte sich ähnlich. Der Nachrichtenagentur Interfax sagte er, die Explosion sehe aus wie ein Terroranschlag.

15.52

«Personen bluteten, ihre Haare brannten», zitiert der Telegraph einen Zeugen. Seine Freundin sei im Zug gesessen – jedoch nicht im Waggon, in dem die Bombe explodierte. Als sie ausgestiegen sei, habe sie verstümmelte Menschen gesehen.

15.48

Gemäß der Agentur Interfax wurde bei einer weiteren Metrostation eine zweite Bombe gefunden. Diese sei jedoch nicht explodiert. Von offizieller Seite wurde diese Information nicht bestätigt.

15.41

Mindestens 50 Menschen wurden verletzt, bestätigt ein Sprecher des Bürgermeisters der Nachrichtenagentur TASS.

15.38

Laut der Nachrichtenagentur Reuters hat sich nur eine Explosion ereignet – zwischen den Stationen Technology Institut und Sennaya (Ploshchad).

15.25

Neue Bilder der Explosion kursieren auf Twitter:

15.12

Die Betreiber der Moskauer Metro erklärten über den Online-Kurzmitteilungsdienst Twitter, zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen würden ergriffen. Die Explosionsursache in St. Petersburg war zunächst unklar, doch hatten russische Sicherheitsbehörden in der Vergangenheit mitgeteilt, sie hätten Anschlagsversuche auf den öffentlichen Nahverkehr in Moskau vereitelt.

15.07

Ein Reuters-Reporter berichtete von zahlreichen Rettungswagen nahe der Metro-Station Sennaja Ploschtschad. Laut der Agentur RIA Novosti war auch die Station Technologistschesky Institut betroffen. Dem Mediendienst Fontanka zufolge wurden drei Metro-Stationen geschlossen.

14.57

Alle Metrostationen wurden einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax geschlossen.

14:53

Präsident Putin, der sich gerade in einem Vorort der Stadt aufhält, wurde über die Explosionen informiert, meldet die russische Nachrichtenagentur TASS auf Twitter:

Der russische Präsident sagte, es werde wegen eines möglichen Terroranschlags ermittelt. «Wir ziehen alle Hintergründe in Betracht, auch Terrorismus.» Er sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus, wie Medien berichteten.

14.30

Ausgangslage:

Bei einer Sprengstoffexplosion in der U-Bahn der russischen Stadt St. Petersburg sind mindestens zehn Menschen getötet worden. Etwa 20 Menschen seien verletzt worden.

Das berichtete die russische Nachrichtenagentur Tass. Den Angaben nach explodierte ein Sprengsatz in einem Zug auf der Fahrt zwischen zwei Stationen im Zentrum. Behördenquellen schätzten die Sprengkraft auf 200 bis 300 Gramm Dynamit. Sieben U-Bahn-Stationen im Zentrum der Fünf-Millionen-Stadt wurden geräumt.

Bei der Agentur RIA hieß es unter Berufung auf nicht näher genannte Kreise, es habe Detonationen in mindestens zwei Bahnhöfen gegeben. Rettungskräften zufolge gab es in zwei Metro-Zügen Detonationen.

Ein «unbekannter Gegenstand» sei in einem U-Bahnwaggon explodiert, zitierten russische Nachrichtenagenturen eine Mitteilung des U-Bahnbetreibers.

Der TV-Sender Life News zeigte Bilder von Verletzten Menschen, die auf einem Bahnstieg liegen. Ein Reuters-Reporter berichtete von zahlreichen Rettungswagen nahe der Metro-Station Sennaja Ploschad. Dem Mediendienst Fontanka zufolge wurden drei Metro-Stationen geschlossen. Über die Hintergründe der Explosion gab es zunächst keine Informationen.

Präsident Wladimir Putin war heute in St. Petersburg, hielt sich aber nach Angaben seines Sprechers im Vorort Strelna auf.

(L'essentiel)

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