Bommeleeër-Prozess – Täter spielten Katz und Maus mit der Polizei
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Bommeleeër-ProzessTäter spielten Katz und Maus mit der Polizei

LUXEMBURG - Der als unglaubwürdig eingestufte Zeuge Kramer soll psychologisch untersucht werden. Zudem drehte sich der 36. Prozesstag um Erpresserbriefe und eine «Insider-Spur».

Die Sitzung im Bommeleeër-Prozess hat am Donnerstag mit einer Ankündigung zum Zeugen Andreas Kramer begonnen. Der Deutsche soll einer psychologischen Analyse unterzogen werden. Der für die Durchführung der Analyse zuständige Experte habe dafür bis zum 10. Juli Zeit, hieß es am Donnerstag vor dem Gericht.

Der Deutsche Andreas Kramer hatte in der vergangenen Woche für Kopfschütteln beim Prozess gesorgt. Er belastete das Luxemburger Stay-Behind-Netzwerk schwer und warf dem luxemburgischen SREL und dem deutschen Bundesnachrichtendienst BND vor, an der Attentatsserie in den 1980-er Jahren beteiligt zu sein. Am Ende erwiesen sich seine Hinweise jedoch als warme Luft.

Erpressern ging es nicht ums Geld

Das andere Thema, das das Gericht am 36. Verhandlungstag beschäftigte, waren Erpresserbriefe. Diese hatten die mutmaßlichen Attentäter an das damalige Energieversorgungsunternehmen Cegedel geschickt. Die Briefe gingen während der Attentatserie zwischen 1984 und 1986 ein.

Obwohl die Täter in den Briefen immer eine Ablösesumme forderten, ging es ihnen nicht ums Geld, betonte der Ermittler Carlo Klein im Prozess. Die Täter wollten laut Ermittler mit den Behörden Katz und Maus spielen. Auch eine BKA-Fallanalyse bestätigte diese Vermutung.

Laut BKA benutzten die Täter in ihren Schreiben Codes, um sich von möglichen Trittbrettfahrern, also falschen Bekennern, zu unterscheiden.

Im Zusammenhang mit den Erpresserberiefen wurde erneut die «Spur Geiben» aufgegriffen. Gaston Vogel, der Anwalt des Angeklagten Marc Scheer, vermutete, dass Ben Geiben die Briefe aufgrund seiner guten Englischkenntnisse mitverfasst haben könnte.

(if/L'essentiel Online)

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