EU-Richtlinie – «Tagfahrleuchten sind kein Schnickschnack»

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EU-Richtlinie«Tagfahrleuchten sind kein Schnickschnack»

LUXEMBURG - Neue Autos müssen ab sofort überall in der Europäischen Union mit Tagfahrlicht ausgestattet sein. Die neue EU-Regelung kann auch in Luxemburg zu mehr Sicherheit auf den Straßen beitragen, sind Experten überzeugt.

Ab dem 7. Februar 2011 müssen alle neuen Automodelle mit den sogenannten Daytime Running Lights ausgestattet sein.

Ab dem 7. Februar 2011 müssen alle neuen Automodelle mit den sogenannten Daytime Running Lights ausgestattet sein.

Eine entsprechende Richtlinie, die das Tagfahrlicht für neue Automodelle vorschreibt, hatte die EU noch 2008 beschlossen. An diesem Montag tritt sie nun in Kraft. Demnach müssen neue Autos überall in der Europäischen Union ab sofort mit zusätzlichen Tagfahrleuchten ausgerüstet sein. Die neuen Lampen leuchten automatisch, sobald der Motor eingeschaltet wird. Die meisten Hersteller haben sich bereits darauf eingestellt und rüsten ihre Autos mit den vorgeschriebenen Scheinwerfern aus.

Die Vorschrift gelte zunächst für Personen- und Lieferwagen und solle Mitte 2012 auf Lastwagen und Busse ausgeweitet werden, teilte die EU-Kommission in Brüssel mit. Betroffen sind nur neue Modelle, also nicht generell alle Neuwagen. Die Autofahrer, deren Wagen vor 2011 gebaut wurden, sind somit von der Neuregelung nicht betroffen. Sie müssen ihre Autos nicht umrüsten. Allerdings ersetzten die sogenannten Daytime Running Lights nicht normales Abblendlicht. Der Autofahrer muss dies trotzdem bei Dunkelheit, schlechter Sicht oder im Tunnel einschalten.

Eingebaute Leuchten sparen Energie

Experten in Luxemburg sind überzeugt, dass die neue Richtlinie zu mehr Sicherheit auf den Straßen beitragen kann. Jean-Claude Synnen vom ACL: «Wir waren am Anfang skeptisch, weil die neuen Lampen im Unterschied zu den herkömmlichen Scheinwerfern nur nach vorne leuchten. Aber mit Blick auf den Stromverbrauch und den CO2-Ausstoß hat uns die EU-Vorschrift überzeugt.» Die eingebauten Lampen verbrauchen ein Drittel weniger Energie als die gewöhnlichen Scheinwerfer. Wenn die Leuchten mit LED-Dioden ausgestattet sind, kann der Autofahrer gar bis zu 90 Prozent Energie sparen.

Paul Hammelmann, Präsident der «Sécurité routière», steht der neuen Richtlinie ebenfalls positiv gegenüber: «Die eingebauten Tagfahrleuchten sind weniger technischer Schnickschnack, als das dritte Bremslicht hinten am Auto. Aber die EU muss damit noch weiter gehen», sagte er auf Anfrage von «L'essentiel Online».

(if/dpa/L'essentiel online)

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