Gedanken nachhängen – Tagträumer sind intelligenter

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Gedanken nachhängenTagträumer sind intelligenter

Wer tagsüber oft seinen Gedanken nachhängt, wird häufig belächelt. Zu Unrecht: Tagträumen kann ein Zeichen für hohe Intelligenz und Kreativität sein.

In der Schule, in einem langweiligen Meeting oder in der Schlange an der Kasse. Es gibt viele Gelegenheiten, in denen es sich hervorragend gedanklich abschweifen lässt. Wer diese nutzt, darf sich laut Forschern um Christine Godwin vom Georgia Institute of Technology glücklich schätzen.

Laut ihnen verfügen Tagträumer offenbar über Gehirne, die besonders effizient sind. «Sie können sich Zeiten des Leerlaufs leisten, weil ihr Gehirn genügend freie Kapazitäten hat», heißt es im Fachjournal «Neuropsychologia».

Tiefe Einblicke ins Gehirn

Für die Studie befragten Godwin und ihre Kollegen hundert Probanden, wie oft ihre Gedanken im Alltag abschweifen. Anschließend mussten die Teilnehmer fünf Minuten lang einen Punkt fixieren, während sie im Magnetresonanztromografen lagen und ihre Hirnaktivität aufgezeichnet wurde.

Dabei zeigte sich, dass bei den tagträumenden Teilnehmern das für die Aufmerksamkeit wichtige sogenannte Default-Mode-Netzwerk besonders eng mit dem fronto-parietalen Kontrollnetzwerk verknüpft war – dem Areal, das unseren gedanklichen Fokus steuert.

Verknüpfungen bestätigt

Weitere Tests, in denen das problemlösende, logische Denken – die sogenannte fluide Intelligenz – überprüft wurde, bestätigten das. Auch in diesen schnitten diejenigen Probanden besser ab, die zu häufigen Tagträumereien neigen.

«Wir haben signifikante positive Korrelationen zwischen dem Hang zum Tagträumen und der fluiden Intelligenz sowie der Kreativität festgestellt», so die Forscher in einer Mitteilung.

Auch Stars wie Adele haben sich mit dem Thema «Daydreamer» beschäftigt – im gleichnamigen Song aus dem Jahr 2008. (Video: Youtube/madmanadele2011)

David Cassidy hatte es bereits 1973 vorgemacht. (Video: Youtube/fritz51358)

Und selbst Radiohead haben das Tagträumen schon einmal vertont – im Song «Daydreaming» (2016). (Video: Youtube/Radiohead)

(L'essentiel/fee)

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