Benzinpreis-Explosion: Tanken in Luxemburg wird zum Auslaufmodell

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Benzinpreis-ExplosionTanken in Luxemburg wird zum Auslaufmodell

LUXEMBURG – Der Tanktourismus im Großherzogtum kommt zum Erliegen. Im Vergleich zu den Nachbarländern wird das Tanken hierzulande immer teurer.

von
Nicolas Martin
Die Zeiten, in denen Autofahrer an den Tankstellen in Luxemburg Schlange standen, sind vorbei.

Die Zeiten, in denen Autofahrer an den Tankstellen in Luxemburg Schlange standen, sind vorbei.

Tania Feller/ Editpress

Tanken in Luxemburg – ist spätestens seit Donnerstag ein Auslaufmodell. Zwischen CO2-Steuer und Krieg in der Ukraine und trotz des staatlichen Rabatts von 7,5 Cent pro Liter kostete das Tanken von 50 Litern Diesel am Donnerstag 25 Euro mehr als am 30. Dezember des vergangenen Jahres. Für 50 Liter Super mussten Autofahrer 27 Euro (Super 95) oder 35 Euro (Super 98) mehr hinblättern. Mittlerweile ist es rentabler in Belgien (mit Verbrauchsteuerrückerstattungen für Gewerbetreibende), Deutschland oder Frankreich zu tanken. Am Donnerstag war das Benzin im Saarland und teilweise auch im Département Moselle oft billiger als die in Luxemburg geltenden Maximalpreise.

Nach dem Ende der Corona-Pandemie hatten die Ölkonzerne gehofft, dass die Mengen wieder auf das Niveau von 2019 steigen würden. Bei Dieselkraftstoff war dies nicht der Fall. Im März 2019 waren fast 225 Millionen Liter Diesel aus den Zapfsäulen geflossen. Im März vergangenen Jahres waren es 175 Millionen und im Februar 131 Millionen. Im Vergleich zum Corona-Jahr 2021 stagnierte der Dieselabsatz in den ersten drei Monaten des Jahres (+0,88 Prozent), sagt Jean Marc Zahlen, Generalsekretär der GPL (Groupement pétrolier luxembourgeois). Im Gegensatz dazu stieg die Absatzmenge von Benzin von Januar bis Ende März um mehr als ein Drittel (35 Prozent) – auch ein Zeichen für einen sich verändernden Automarkt.

Für März verzeichnete das Statistikinstitut Statec einen Rückgang der Umsatzmenge von Kraftstoffen um elf Prozent. Er umfasste auch den Verkauf von Produkten wie Tabak oder Alkohol, so das Institut. «Früher kamen die Kunden zum Tanken, jetzt kaufen sie zuerst Zigaretten», erklärt ein Angestellter eines großen Ölkonzerns. Bisher undenkbar, werden nun vor allem im belgischen Grenzgebiet Tankstellen errichtet. «Die Ölkonzerne werden ihren Markt auf Strom ausrichten müssen und bereiten sich darauf vor», erklärt Jean-Marc Zahlen.

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