Explosionsgefahr – Tankstellenbetreiber warnen vor Handynutzung

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ExplosionsgefahrTankstellenbetreiber warnen vor Handynutzung

LUXEMBURG – Gefährlich und verboten: Trotzdem stehen immer mehr Menschen mit ihren Handys an den Tankstellen.

Hinweisschild an der Zapfsäule: Zigarette, Handy und Feuer sind nicht erlaubt.

Hinweisschild an der Zapfsäule: Zigarette, Handy und Feuer sind nicht erlaubt.

L'essentiel

Die befragten Tankstellenmitarbeiter sind sich einig: Viele Kunden benutzen auch beim Tanken weiterhin ihr Handy. «Ich muss immer öfter rausgehen und den Leuten sagen, dass Handys hier verboten sind», sagt Audrey, eine Verkäuferin an einer kleinen Tankstelle in Differdingen. Zugegeben: «Die Hinweisschilder sind nicht sehr gut sichtbar», erklärt die junge Frau. Dennoch würden die Kunden von dem Verbot wissen. «Sie stellen sich zwar manchmal etwas zur Seite, aber selbst beim Tanken müssen sie noch an ihrem Handy hängen.»

Dieses Verbot mag erstaunen. Gefährlich ist zwar nicht das Telefonieren selbst – aber der Akku der Handys. Denn wenn das Telefon auf den Boden fällt und sich der Akku löst, können Funken entstehen und verschüttetes Benzin oder andere brennbare Flüssigkeiten entzünden, wie ein Experte erklärt. Die Mitarbeiter würden entsprechend geschult, um auf resistente Kunden zu reagieren. «Die meisten verstehen uns und stecken ihr Handy wieder zurück, vor allem diejenigen, die ihren Motor noch anhaben», sagt ein Mitarbeiter.

«Notfalls stellen wir die Zapfsäule von der Kasse aus ab»

Das Sicherheitsrisiko dürfte sich allerdings in Grenzen halten: Akkus sind in neueren Handys meist fest verbaut, sie können nicht herausfallen. In Luxemburg seien keine größeren Vorfälle gemeldet worden, es handle sich eher um ein «präventives» Verbot.

Das Telefon im Auto zu lassen, sei vor allem eine Frage des gesunden Menschenverstandes, denn rechtliche Konsequenzen hat die Handynutzung an der Zapfsäule nicht. Dennoch müsste der Kunde haften, sollte es tatsächlich zu einem Unfall kommen.«Falls jemand unser Verbot ignoriert, können wir notfalls die Zapfsäule von der Kasse aus abstellen», ergänzt die Verkäuferin Audrey. Eine radikale Maßnahme, die nur selten angewendet werde.

(Nicolas Chauty/L'essentiel)

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