Aus dem Saarland – «'Tatort' hatte Dschungelcamp-Niveau»

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Aus dem Saarland«'Tatort' hatte Dschungelcamp-Niveau»

SAARBRÜCKEN – Während manche Zuschauer den neuen Saar-«Tatort» unterhaltsam fanden, hagelt es auch viel Kritik. Die Saarländer bedauern, dass ihr Dialekt in der Sendung kaum vorkam.

Das neue saarländische Ermittlerduo Elisabeth Brück (Kommissarin Lisa Marx) und Devid Striesow (Kommissar Jens Stellbrink) hat nicht nur Fans.

Das neue saarländische Ermittlerduo Elisabeth Brück (Kommissarin Lisa Marx) und Devid Striesow (Kommissar Jens Stellbrink) hat nicht nur Fans.

DPA

Mehr als neun Millionen Zuschauer verfolgten am Sonntag die erste Episode des neuen saarländischen «Tatort»-Ermittlerduos Jens Stellbrink (Devid Striesow) und Lisa Marx (Elisabeth Brück) im Ersten. Eine ausgezeichnete Quote für den verantwortlichen Saarländischen Rundfunk (SR): Es war die zweitbeste Zuschauerzahl für einen SR-Tatort seit 1995. Im Saarland verfolgten rund 200'000 Zuschauer den Start der neuen Kommissare.

Doch zeigten sich nicht alle Zuschauer begeistert über das neue Duo, das auf die Vorgänger Franz Kappl und Stefan Deininger folgte. Die Verträge der beiden Darsteller Maximilian Brückner und Gregor Weber waren überraschend nicht verlängert worden.

«Der Tatort war eher Klamauk, keine Spannung»

Auf der «Tatort»-Facebook-Seite kommentierten mehr als 6'200 Nutzer den Krimi – oder wohl eher das Action-Spektakel - vom Sonntag. Die Reaktionen sind durchwachsen. Während einige gespannt auf die nächste Episode warten, gibt’s viel Kritik. So reichen die Negativ-Kommentare von «schlimmster 'Tatort' aller Zeiten» über «ein 'Tatort' zum Lachen - leider nicht zum Mit- sondern zum Auslachen» bis hin zu «Dschungelcamp-Niveau».

Loben viele Zuschauer das schauspielerische Talent von Devid Striesow (Hilde: «Bis auf Striesow und das Kind hat man wohl nur Laienschauspieler verpflichtet»), kommt die witzige Art der Sendung mitsamt seinen schrägen Charakteren nicht bei den traditionellen Krimi-Zuschauern an. «Der Tatort war eher Klamauk, keine Spannung, es war eine Komödie, hatte zwar ein ernstes Thema, kam aber ganz anders rüber», meint etwa Claudia. Anna dagegen fand die Story zwar «fern jeder Realität aber unterhaltsam».

Saarländer bedauern, dass niemand saarländisch sprach

Und was sagen die Saarländer? Jessica meint: «Warum sprach niemand diesen herrlichen saarländischen Dialekt?!» In die gleiche Kerbe haut Reiner: «Haben wir denn keine saarländischen Schauspieler, die auch mal einen Satz auf Platt/Dialekt sprechen können?» Mancher wünscht sich gar Kappl und Deininger zurück: «So ein Schrott! Ich will die alten Ermittler zurück, das sind echte Saarländer!», schreibt etwa Weiste. Und Bernd, dass das Image der Saarländer durch den neuen «Tatort» eine Politur erfährt: «Ich möchte doch schon auch mal ohne Klamauk und dummes Zeug repräsentiert werden!»

(ks/L'essentiel Online)

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