Ukraine-Krieg: «Tausende Delphine» hat die russische Invasion schon das Leben gekostet 

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Ukraine-Krieg«Tausende Delphine» hat die russische Invasion schon das Leben gekostet 

Explosionen, Seeminen, Schiffslärm, Schallwellen und Ölaustritte setzen dem Ökosystem im Schwarzen Meer zu. Tausende Delfine sollen dem Krieg so schon zum Opfer gefallen sein.

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Der Krieg in der Ukraine soll bereits Tausende Delfine das Leben gekostet haben. 

Der Krieg in der Ukraine soll bereits Tausende Delfine das Leben gekostet haben. 

Facebook/Ivan Rusev
Die Tiere werden mit teils schweren Verletzungen an Land angespült. 

Die Tiere werden mit teils schweren Verletzungen an Land angespült. 

Facebook/Ivan Rusev
Auch Schiffslärm und sonare Schallwellen setzen den Tieren zu, die selbst über Schall kommunizieren und sich damit orientieren. 

Auch Schiffslärm und sonare Schallwellen setzen den Tieren zu, die selbst über Schall kommunizieren und sich damit orientieren. 

Facebook/Ivan Rusev

Etliche Delphine aus dem Schwarzen Meer sind dem russischen Krieg in der Ukraine zum Opfer gefallen, wie unter anderem die «New York Times» berichtet. Sie werden in der Ukraine, Bulgarien, der Türkei, Russland, Georgien und Rumänien an Land gespült, also allen Ländern, die an das Schwarze Meer grenzen.

Allein an der türkischen Grenze sind seit Kriegsbeginn schon mehr als 100 tote Delphine angeschwemmt worden. Der ukrainische Biologe und Forschungsdirektor im ukrainischen Tuzla Estuaries National Nature Park sagt, in ganz Europa gesammelte Daten zeigen, dass insgesamt bereits «mehrere Tausend Delphine gestorben sind». 

Rusev dokumentiert seit Beginn der Invasion die ökologischen Auswirkungen und das Leiden der Säugetiere. Auf seiner Facebook-Seite zeigt er, wie Delphine mit Verbrennungen durch Bomben und Landminen sowie inneren Verletzungen an Land gespült werden. Durch den Schall der Explosionen verlieren die Tiere zudem die Orientierung und fressen tagelang nicht. 

Explosionen, Minen und Schiffslärm gefährden die Tiere

Auch die türkische Stiftung für Meeresforschung warnt vor den steigenden Zahlen toter Delphine durch den Krieg. Neben Überfischung, Klimawandel und Verschmutzung setzt den Meerestieren nun auch noch der Krieg zu und gefährdet die Artenvielfalt, warnt die Stiftung in einer Pressemitteilung. Auch austretendes Öl und Seeminen stellen eine große Gefahr für das Ökosystem dar und auch der Schiffslärm und der Einsatz von Sonaren, die Schallimpulse aussenden, setzen den Tieren zu, da Delphine über Schall kommunizieren und sich damit orientieren. 

Wissenschaftler bezifferten die Zahl der Delphine im Schwarzen Meer vor dem Krieg auf über 250.000. Erst nach dem Ende des Krieges wird sich die Todeszahl der Tiere und der Schaden an dem gesamten Ökosystem genau bemessen lassen.

(L´essentiel/Dominik Fischer)

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