Bangladesch – Tausende ohne Obdach nach Feuer in Flüchtlingslager

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BangladeschTausende ohne Obdach nach Feuer in Flüchtlingslager

Ein Feuer im wohl größten Flüchtlingslager der Welt hat bisher 30 Todesopfer gefordert. Die Löscharbeiten gestalten sich als schwierig

In Bangladesch ist am Montagnachmittag in einem Lager mit hunderttausenden Rohingya-Flüchtlingen ein Großbrand ausgebrochen. Laut Angaben der Hilfsorganisation Helvetas konnte es gegen Abend in Schach gehalten werden, noch könne der Schaden des Brandes aber nicht abgeschätzt werden. Feuerwehr, Polizei und Armee seien vor Ort. In dem betroffenen Gebiet hätten mindestens 150.000 Menschen in Hütten gelebt.

Für Barbara Dietrich, Regionalkoordinatorin bei Helvetas für Bangladesh, ist der Brand aus zwei Gründen so verheerend. Einerseits ist er in einem sehr hügeligen Gebiet ausgebrochen. Zudem leben hier 80.000 Menschen auf engstem Raum in Hütten aus Bambus. Das macht bei einem Brand die Zufahrt für Rettungsfahrzeuge praktisch unmöglich. «Und wenn es brennt, dann greift der Brand sofort um sich. «Freiwillige haben mit Wasserketten das Feuer bekämpft und geholfen, die Menschen zu evakuieren», so Dietrich. Durch den Brand wurden auf einen Schlag zehntausende Menschen obdachlos.

«Die Situation bleibt unübersichtlich, in den Flüchtlingscamp-Teilen, in denen das Feuer wütet, herrscht Angst und teils panikartige Stimmung», sagt auch Kamlesh Vyas, Humanitarian Coordinator für Helvetas. Die Zahl der Toten sei noch nicht offiziell bestätigt, verschiedene Quellen redeten von derzeit über 30 Menschen, die gestorben seien.

Wie es zum Brand kam, ist noch nicht abschließend geklärt. Dietrich vermutet, es könnte von einem Gaskocher ausgegangen sein.

Hunderttausende Angehörige der muslimischen Minderheit aus dem mehrheitlich buddhistischen Myanmar waren 2017 von dort vor Militärgewalt in das muslimische Nachbarland Bangladesch geflüchtet. Dort leben sie in Camps. Die Vereinten Nationen bezeichnen ihre Verfolgung in ihrer Heimat Myanmar als anhaltenden Völkermord. Das Flüchtlingslager der Rohingya ist mit circa einer Million Menschen das wohl größte der Welt.

Viele Rohingya verloren in Myanmar durch ein 1983 erlassenes Gesetz die Staatsbürgerschaft. Das Militär von Myanmar steht wegen der Verfolgung international in der Kritik. Etliche Rohingya wollen in ihre Heimat zurückkehren.

(L'essentiel/DPA/pco)

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