Streik im öffentlichen Dienst – Tausende protestieren an Saar und Mosel

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Streik im öffentlichen DienstTausende protestieren an Saar und Mosel

Tausende Beschäftigte von Kommunen und Bund haben am Montag in Rheinland-Pfalz, Hessen und im Saarland ihre Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaft Verdi droht schon mit den nächsten Protestaktionen.

In vielen Städten von Rheinland-Pfalz mussten zahlreiche Kitas wegen Streiks am Montag geschlossen bleiben.

In vielen Städten von Rheinland-Pfalz mussten zahlreiche Kitas wegen Streiks am Montag geschlossen bleiben.

DPA

Müllmänner und Kita-Erzieherinnen im Warnstreik: Bis zu 3000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes haben am Montag in Rheinland-Pfalz ihre Arbeit niedergelegt. Schwerpunkt waren die Städte Ludwigshafen und Mainz, dort mussten zahlreiche Kitas geschlossen bleiben, wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte. Auch in Krankenhäusern, Gärtnereien und bei der Müllabfuhr blieb die Arbeit liegen. Insgesamt waren rund 5000 Mitarbeiter von Kommunen und Bund zu dem Warnstreik aufgerufen: «Wir rechnen damit, dass wir die Zahl im Laufe des Tages noch leicht übertreffen», sagte Gewerkschaftssprecher Jürgen Dehnert.

Mit den Warnstreiks begannen die bundesweiten Protestaktionen, die die Gewerkschaften des öffentlichen Diensts diese Woche planen. Auch das Saarland und Hessen waren am Montag betroffen. Die Auswirkungen in Saarbrücken und den schwerpunktmäßig betroffenen Kreisen Merzig-Wadern und Saarlouis seien jedoch begrenzt, sagte ein Sprecher des Kommunalen Arbeitgeberverbandes KAV nach einem ersten Überblick. Er verwies darauf, dass Kindergärten und der öffentliche Nahverkehr im Saarland nicht von den Maßnahmen betroffen sind.

Mehr als 800 Beschäftigte im Saarland am Streik beteiligt

In Saarbrücken und Saarlouis wurden am Mittag Einschränkungen bei den Bürgerämtern erwartet. Bestreikt werden sollten unter anderem auch Bauhöfe und Friedhofsverwaltungen. Verdi rechnete damit, dass sich im Saarland mehr als 800 der insgesamt 50 000 Beschäftigten des öffentlichen Dienstes an dem Warnstreik beteiligen.

Betroffen von den Aktionen waren laut ver.di vereinzelt auch Verkehrsbetriebe in der Westpfalz. Bestreikt wurden zudem Altenheime, Sparkassen und Krankenhäuser in Worms, Idar-Oberstein, Ludwigshafen und Koblenz, auch bei den Straßenbahnen ging in einigen Regionen nichts mehr. Im ganzen Land waren am Montag Kundgebungen geplant: In der Landeshauptstadt, in Ludwigshafen sowie in Idar-Oberstein, Speyer, Worms, Kaiserslautern, Pirmasens und Trier.

Hintergrund ist der Streit mit den Arbeitgebern um mehr Geld für die insgesamt zwei Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen. Verdi und die Tarifunion des Beamtenbundes dbb fordern 6,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro.

(L'essentiel online/dpa)

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