Bastketball – TBB Trier stellt am Freitag Insolvenzantrag

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BastketballTBB Trier stellt am Freitag Insolvenzantrag

TRIER - Die TBB Trier muss einen Insolvenzantrag stellen. Im Etat klafft weiter eine riesige Lücke. Die Verantwortlichen hoffen dennoch, die Saison zu Ende spielen zu können.

Das Team von Hendrik Rödl werden mit Annahme des Insolvenzantrags vier Punkte abgezogen. Damit rutscht der Verein auf einen Abstiegsplatz. (Bild: DPA/Sebastian Kahnert)

Das Team von Hendrik Rödl werden mit Annahme des Insolvenzantrags vier Punkte abgezogen. Damit rutscht der Verein auf einen Abstiegsplatz. (Bild: DPA/Sebastian Kahnert)

Der finanziell angeschlagene Basketball-Bundesligist TBB Trier wird am Freitag beim Amtsgericht Trier einen Insolvenzantrag stellen. Das teilte der Club am Donnerstagabend auf einer Pressekonferenz mit. «Es ist uns nicht gelungen, das Loch in unserem Etat zu stopfen. Unsere Verhandlungen waren zum Teil erfolgreich, wir konnten den Betrag, der uns fehlt um die Saison bis zum Ende zu finanzieren, reduzieren. Dennoch fehlen uns zum jetzigen Zeitpunkt rund 350.000 Euro, um den Geschäftsbetrieb in den jetzigen Strukturen fortzuführen und weitere Maßnahmen zu ergreifen», erklärte TBB-Vorstand Sascha Beitzel.

Am Mittwoch hatte der Club auf der Jahreshauptversammlung der Aktionäre einen Fehlbetrag in Höhe von rund 800.000 Euro bestätigt. Seit Januar hätten die Angestellten zudem keine Gehälter mehr bekommen.

Darf Trier die Saison zu Ende spielen?

Sobald der Antrag auf Insolvenz gestellt ist, werden den Trierern in der Tabelle vier Wertungspunkte abgezogen. Damit rutscht das Team von Trainer Henrik Rödl auf einen Abstiegsplatz. «Die Entscheidung, ob der Spielbetrieb fortgeführt werden kann obliegt dem Lizenzligaausschuss der Beko BBL bzw. dem Insolvenzverwalter», teilte der Club weiter mit.

Der Lizenzliga-Ausschuss wird sich am Freitag (11.30 Uhr) in Köln mit dem Fall befassen. Bis Donnerstag, 18 Uhr, hätten die Trierer Unterlagen bei der Liga einreichen sollen, wie es zu den Problemen kommen konnte und wie der Verein gedenkt, diese zu lösen. Diese Frist ließ der Verein nach Angaben aus der Liga-Zentrale aber verstreichen. Über den bevorstehenden Gang zum Amtsgericht sei die Liga aber fristgerecht informiert worden, teilte der Club mit.

Lizenzentzug würde Abstieg bedeuten

Die Trierer Verantwortlichen wollen die Spielzeit trotzdem auf jeden Fall zu Ende spielen. Das Team werde sich auch auf den Weg nach Oldenburg machen, wo am Samstagabend das nächste Auswärtsspiel ansteht. «Wir hoffen, dass wir gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter die Fortsetzung des Profibasketballs in Trier erreichen können», sagte Beitzel.

Sollte der Lizenzliga-Ausschuss dem Verein jedoch die Lizenz entziehen, würde dieser als erster Absteiger feststehen. Dann gäbe es nur noch einen sportlichen Absteiger. Trier droht damit ausgerechnet im 25. Jahr der Bundesliga-Zugehörigkeit der Absturz.

Wie es zu der riesigen Unterdeckung, die nahezu einem Drittel des Gesamtetats entspricht, kommen konnte, blieb weiter offen. Der Finanzplan sei von einem Mitarbeiter der TBB aufgestellt worden, erklärte Beitzel lediglich. Er habe es versäumt, diese Zahlen ausreichend zu kontrollieren.

(L'essentiel/dpa)

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