Zu viel Risiko – Teamchef ist sauer auf schnellen Vettel

Publiziert

Zu viel RisikoTeamchef ist sauer auf schnellen Vettel

Sebastian Vettel ist der überragende Fahrer der Saison. Für den Geschmack von Red-Bull-Boss Christian Horner ist der Deutsche manchmal aber zu schnell unterwegs.

Vettel zieht manchmal sein eigenes Ding durch - zum Ärger seines Chefs.

Vettel zieht manchmal sein eigenes Ding durch - zum Ärger seines Chefs.

AFP

Die Teamchefs von Sebastian Vettel waren nach dem GP von Indien sauer. Nicht über den elften Saisonsieg ihres Schützlings, sondern über die schnellste Rennrunde, die er auf dem Buddh International Circuit hingelegt hat.

Was die Red-Bull-Führung dabei erzürnte, war die Tatsache, dass Vettel die Runde erst kurz vor dem Ende realisierte. «Er weiß, dass wir das nicht mögen», sagte Christian Horner, Teamchef von Red Bull Racing in einem Artikel der «Rheinischen Post».

«Manchmal hört er nicht zu»

Der Weltmeister ließ sich auch nicht davon abhalten, als ihn seine Crew per Funkspruch davon abhalten wollte. «Wir haben unser Bestes getan, um ihn einzubremsen, aber wir konnten nichts machen. Wir hätten ihm eine Kuh in den Weg stellen sollen.» So eine Zeit hinzuknallen sei ein unnötiges Risiko, meinte Horner weiter. Aber der Red-Bull-Chef weiß vom Dickschädel seines Fahrers: «Manchmal hört er nicht zu.»

Vettel hatte kurz nach dem Rennen befürchtet, dass er gleich ein bisschen Ärger bekommen würde. Sein Renningenieur habe ihn beschworen, dass es für die schnellste Runde keine Pokale gebe, «aber das ist mehr ein persönliches Ding», so Vettel nach dem Grand Prix. «Mir fehlen noch ein paar schnellste Runden. Mark hat schon fünf, ich erst drei», stellte der frisch gebackene Formel-1-Weltmeister fest. An das Risiko habe er in diesem Moment nicht gedacht. «Ich wollte kein Harakiri machen, und ich hoffe, es wird nicht irgendwann bestraft. Aber diesmal hat doch alles geklappt», nahm es Vettel auf die leichte Schulter.

Webber hat die Nase vorn

Der Ehrgeiz des 24-Jährigen ist scheinbar so groß, dass er auch gegenüber des eigenen Teamkollegen nie einen Gang zurückschalten kann. Doch dies hat der Dominator überhaupt nicht nötig: Der teaminterne Kampf um Siege, WM-Punkte, Polepositions und Weltmeistertitiel hat Vettel in überragender Weise für sich entschieden. Sein Teamkollege Mark Webber muss bereits seit Ungarn 2010 auf einen Sieg warten. Immerhin hat es der 35-jährige Australier in diesem Jahr dreimal auf die Pole geschafft (Nürburgring, Silverstone und Valencia).

Wie Vettel richtig erkannt hat, ist Webber ihm aber in einer Sache voraus: bei den schnellsten Rennrunden. Bei diesem Vergleich kann ihn Vettel aber höchstens noch einholen. Mehr liegt für den deutschen Überflieger nicht mehr drin. Es sind nämlich nur noch zwei Rennen ausstehend (Abu Dhabi und Brasilien). Bestenfalls könnte sich Vettel Ende der Saison ebenfalls fünf Runden gutschreiben lassen. Eines steht fest: Der 24-Jährige wird sich nicht davon abhalten lassen - egal, was sein Teamchef darüber denkt.

L'essentiel Online/als

Deine Meinung