Nach Vorstoß Österreichs – Tempo 140 kommt für Luxemburg nicht in Frage
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Nach Vorstoß ÖsterreichsTempo 140 kommt für Luxemburg nicht in Frage

LUXEMBURG – Österreich hat das Tempolimit auf Autobahnen testweise angehoben. Paul Hammelmann lehnt diese «grenzenlose Dummheit» für Luxemburg jedoch strikt ab.

In Luxemburg wird wohl auch in Zukunft Tempo 130 für die Autobahnen gelten.

In Luxemburg wird wohl auch in Zukunft Tempo 130 für die Autobahnen gelten.

DPA

Das Tempolimit auf Österreichs Autobahnen ist kürzlich angehoben worden. Für ein Jahr gilt auf Teilstrecken der sogenannten Westautobahn in Niederösterreich und Oberösterreich Tempo 140. Jetzt ist die Diskussion auch im Autofahrerland Luxemburg angekommen.

Wie RTL berichtet, hat sich der Präsident der Sécurité Routière, Paul Hammelmann, jetzt zu dem Thema geäußert. Ihm zufolge sei die neue österreichische Regelung «eine grenzenlose Dummheit» und nicht zuletzt «purer Populismus» der regierenden rechtspopulistischen Partei FPÖ. Das sieht auch die österreichische Opposition ähnlich. Kritiker werfen dem österreichischen Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) vor, seine Partei betreibe Symbolpolitik unter dem Motto: «Endlich kümmert sich mal jemand um die Autofahrer». Seine Partei versuche auf diese Art bei diesen Menschen auf Stimmenfang zu gehen.

Zustimmung zu Tempolimit ist in Luxemburg hoch

Hofer selbst verteidigt seinen Vorstoß als zeitgemäße Anpassung des Tempolimits an moderne Gegebenheiten – auch wenn österreichische Medien vorgerechnet haben, dass die Erhöhung des Tempos um zehn Stundenkilometer auf dem 42 Kilometer langen Teilstück der Autobahn eine maximale Zeitersparnis von 88 Sekunden einbringen könnten, und das auch nur dann, wenn man freie Fahrt habe.

Für Luxemburg kommt das österreichische Modell wohl nicht in Frage. Eine überwältigende Mehrheit von 80 Prozent der Bevölkerung sei mit der Limitierung auf 130 Stundenkilometer einverstanden, so Hammelmann. Außerdem versuche man seit Jahren alles, um die Zahl der Verkehrstoten auf null zu reduzieren. Dem widerspreche eine Anhebung des Tempolimits, da mit erhöhter Geschwindigkeit auch erhöhte Gefahr einhergehe.


Dem Zeitgeist zuwider

Ganz zu schweigen von einem erhöhten Spritverbrauch, der immer auch von einem erhöhten Ausstoß von Schadstoffen begleitet ist. Angesichts der Tatsache, dass der Diesel derart in Verruf geraten ist, dass Nachbarland Deutschland bereits Fahrverbote in deutschen Großstädten ausgesprochen hat, scheint eine Anhebung der Maximalgeschwindigkeit auf Autobahnen dem Zeitgeist zuwider zu laufen. Laut Hammelmann stellt sich diese Frage für die luxemburgische Sécurité Routière gar nicht erst.

Dem stimmt auch Markus Gangsterer vom Verkehrsclub Österreich zu. In der Tagesschau sagt er: «Zum einen ist es die völlig falsche Richtung. Wenn wir von Klimaschutz und von sauberer Luft sprechen. Und zum anderen gibt es ganz konkrete Nachteile für die Sicherheit, denn mehr Geschwindigkeit bedeutet immer auch mehr Risiko.»

Tempolimit rettet Leben

Das lässt sich auch durch Zahlen des Verkehrsclubs Österreich belegen. Im Schnitt der vergangenen drei Jahre seien in Deutschland pro 1000 Autobahnkilometer um 35 Prozent mehr Menschen ums Leben gekommen. Auch die Zahl der Unfälle und der Verletzten sei deutlich höher.

2017 kam es laut Analyse pro 1000 Autobahnkilometer in Österreich zu 1065 Verkehrsunfällen, in Deutschland waren es mit 1610 um 51 Prozent mehr. Die Zahl der Verletzten betrug in Deutschland 2597 pro 1000 Autobahnkilometer und war damit um 65 Prozent höher als in Österreich.

(dix/L’essentiel)

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