Champions League – Thill sah Traumtor gegen Real mit Tattoo vorher

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Champions LeagueThill sah Traumtor gegen Real mit Tattoo vorher

Sheriff blamiert David Alaba und Real Madrid! Der Provinzklub siegt in der Champions League mit 2:1. Der Siegestorschütze träumte schon lange davon.

Sheriff jubelt über die Sensation gegen Real. Siegestorschütze Thill träumte von diesem Moment schon lange, ließ ihn sich sogar tätowieren.

Sheriff jubelt über die Sensation gegen Real. Siegestorschütze Thill träumte von diesem Moment schon lange, ließ ihn sich sogar tätowieren.

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Blamage für Real Madrid! Das «Weiße Ballett» stolpert am Dienstag in der zweiten Runde der Champions League über Sheriff Tiraspol. Der Eliteliga-Neuling besiegt den Rekordsieger. Jasurbek Yakhshiboev (25.) und der Luxemburger Sébastien Thill (89.) treffen für den Underdog, Karim Benzema gelingt nur per Foulelfmeter (65.) der zwischenzeitliche Ausgleich. Ex-Bayernstar David Alaba sieht beim ersten Gegentor nicht gut aus, als er dem Torschützen im Strafraum zu viel Platz nach einer Flanke von links ließ.

Beim zweiten Gegentor kann sich der Wiener Abwehrchef nicht viel vorwerfen. Thill gelingt wohl das Tor seines Lebens. Unmittelbar vor Spielende nimmt er rund 20 Meter vom Tor entfernt den Ball direkt mit dem Außenrist. Das Spielgerät dreht sich genau ins Kreuzeck. Ein Traumtor! Er reißt sich das Trikot vom Leib, wird von seinen jubelnden Kollegen zu Boden gerissen.

Ein Blick auf seine tätowierten Waden verrät: Er träumte von diesem Moment schon lange.

Auf dem linken Unterschenkel hat der Luxemburger ein Bild von sich selbst in jungen Jahren verewigt. Der Spieler mit der Rückennummer 31 hat einen Traum: die Champions League. Bis zum Pokal ist es für den Provinzklub zwar noch ein langer Weg. Thill hat seinen magischen Champions-League-Moment aber schon erhalten. Die Fußball-Welt kennt nun seinen Namen.

Kleines Land, starker Klub

Und: Auch Real weiß jetzt, wo Tiraspol liegt. Nämlich in Transnistrien. Das ist eine Region von Moldawien, die sich seit 1990 mit einer Unabhängigkeitserklärung abgetrennt hat. Hinter dem Klub steht der Sheriff-Konzern, das größte Unternehmen des 500.000-Einwohner-Landes. Supermärkte, Tankstellen, Banken, Getränkehersteller, Großbäckereien, ein Fernsehsender, das Mobilfunknetz, der größte Fußballverein und noch viel mehr gehören zum Imperium.

Präsident des Klubs ist Viktor Gushan, der auch für den Bau eines modernen 14.000-Zuschauer-Stadions sorgte. Während die Real-Stars Millionen-Einkommen scheffeln, liegt das Durchschnittsgehalt bei Sheriff bei etwa 13.000 Euro pro Monat. Tiraspol ist zum ersten Mal in der Champions League dabei, schon die 15 Millionen Euro Antrittsgeld sind ein großer Gewinn für den Verein.

Schon im Auftaktspiel gegen Donetsk gelang Sheriff mit einem 2:0-Erfolg eine faustdicke Überraschung, gefolgt von der aktuellen 2:1-Sensation gegen Real. In der nächsten Runde wartet am 19. Oktober das Auswärtsspiel bei Inter Mailand. Wie lange der Erfolgslauf des Transnistrien-Klubs anhält, wird die Zukunft zeigen. Mit zwei Siegen aus zwei Spielen sind die Chancen groß, auch im Frühjahr auf der großen internationalen Bühne vertreten zu sein.

(L'essentiel/sek)

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