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Arbeiter angesteckt?Tiere auf Pelzfarmen auch mit Corona infiziert

Auf zwei niederländischen Nerzfarmen wurden bei mehreren Tieren Covid-19-Infektionen nachgewiesen. Auch Arbeiter zeigen Symptome.

In den Niederlanden wurde bei mehreren Tieren auf zwei Nerzfarmen das neuartige Coronavirus nachgewiesen.

In den Niederlanden wurde bei mehreren Tieren auf zwei Nerzfarmen das neuartige Coronavirus nachgewiesen.

Wie das niederländische Landwirtschaftsministerium (am Sonntag 26.4.) bestätigt, wurde bei mehreren Tieren auf zwei Nerzfarmen in der Provinz Noord-Brabant das neuartige Coronavirus nachgewiesen. Mehrere Tiere sollen infiziert sein. Arbeiter, die Symptome zeigen, wurden laut Vier Pfoten bisher nicht getestet.

Wie die Nachrichtenagentur ANP berichtet, geht das niederländische Landwirtschaftsministerium davon aus, dass das Virus von Mitarbeitern der zwei Pelzfarmen auf die Tiere übertragen wurde. Mehrere Arbeiter sollen laut Ministerium leichtere Symptome einer Infektion gezeigt haben. Laut «Vier Pfoten» wurden sie bisher aber nicht getestet. Die an Covid-19 erkrankten Nerze litten laut ANP unter Atemnot und Magen-Darm-Problemen. In den Nerzfarmen (in Beek en Donk und Milheeze) sollen aktuell rund 7500 und 13.000 Tiere gehalten werden.

Arbeiter könnten Tiere angesteckt haben

Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten fordert seit Jahren ein Verbot von Pelzfarmen. «Auf Pelzfarmen werden tausende Tiere wie Nerze, Marderhunde oder Füchse unter tierquälerischen Bedingungen in winzige Drahtkäfige gepfercht», kritisiert die Tierschutzorganisation. Und zieht den Vergleich zum Covid-19 verwandten Sars-Virus:

«Bei der Sars-Pandemie, die sich 2002 und 2003 von China aus auf der Welt verbreitete, wurde das Virus unter anderem bei Marderhunden nachgewiesen, die dort millionenfach auf Pelzfarmen gehalten werden», sagt, Wildtierexperte Thomas Pietsch von «Vier Pfoten».

Pelz-Hotspot China

In China befindet sich die mit Abstand bedeutendste Pelzindustrie weltweit, so Vier Pfoten. Dennoch hat die chinesische Regierung die Pelzindustrie von Einschränkungen bei der Wildtiernutzung infolge der aktuellen Corona-Pandemie ausgenommen. Sie dürfen weiterhin geöffnet haben im Gegensatz zu Wildtiermärkten.

Aus «Sicherheitsgründen» müssten allerdings nicht nur Wildtiermärkte, sondern auch die Pelzindustrie stillgelegt werden, warnt Wildtierexperte Thomas Pietsch. «Pelzfarmen müssen nicht nur aus Tierschutzsicht verboten werden, sondern auch um die Entwicklung und Ausbreitung von gefährlichen Zoonosen, wie aktuell Covid-19, zu stoppen», so Pietsch weiter.

(L'essentiel)

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