10 898 Meter tief – «Titanic»-Regisseur gewinnt Tiefen-Wettlauf

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10 898 Meter tief«Titanic»-Regisseur gewinnt Tiefen-Wettlauf

Mehrere Forscher-Teams wollten den tiefsten Punkt der Meere erreichen, James Cameron entschied das Rennen für sich. Länger als drei Stunden hielt er es aber nicht aus.

Als dritter Mensch überhaupt ist «Titanic»-Regisseur James Cameron zum tiefsten Punkt der Weltmeere getaucht. Der Kanadier erreichte nach Angaben der National Geographic Society am Montagmorgen (Ortszeit) in einem Ein-Mann-U-Boot das Challengertief im westpazifischen Marianengraben.

Mit 10 898 Metern war er praktisch in der gleichen Tiefe wie 52 Jahre zuvor der Schweizer Tiefseeforscher Jacques Piccard und der Amerikaner Don Walsh. Seitdem waren wohl Forschungsroboter, nicht aber Menschen in solche Tiefen vorgedrungen. Cameron plante, bis zu sechs Stunden am Grund des Pazifiks zu bleiben.

«All systems okay», meldete Cameron per Kurznachrichtendienst Twitter nach oben, als er den Grund der Tiefseerinne erreichte. Der Regisseur sammelte Daten und filmte vor allem die Umwelt, die nach Angaben der Forscher von National Geographic dem Menschen fremder ist als die Mondoberfläche.

«Forschungsfeld für 100 Jahre»

Nach etwa drei Stunden auf dem Meeresgrund machte sich Cameron mit seinem U-Boot wieder auf an die Wasseroberfläche, welche er nach einem Aufstieg von 70 Minuten erreichte. Geplant hatte Cameron einen Aufenthalt von bis zu sechs Stunden. Berichte über das Wohlergehen des 57-jährigen Regisseurs lagen zunächst nicht vor.

Cameron war von 170 000 Tonnen Wasserdruck umgeben. «Die Tiefseegräben sind die letzte unerforschte Grenze unseres Planeten», hatte er zuvor erklärt. «Sie bieten Wissenschaftlern ein Forschungsfeld für 100 Jahre.»

Der Kanadier wusste auch, dass sein Abenteuer nicht ungefährlich ist: «Ja, natürlich mache ich mir Sorgen», sagte er, schließlich wisse niemand, was da unten passiere. «Aber Angst ist eine gute Sache, wenn man ein Forscher ist».

LED-Leuchten gegen Dunkelheit

Für den Tiefsee-Trip wurde in achtjähriger Vorbereitungszeit das U-Boot «Deepsea Challenger» entwickelt, das wie ein «senkrechter Torpedo» mit hohem Tempo in die Meerestiefen vorstoßen kann. Camerons Team richtete für das Vorhaben eine Station auf dem Pazifik-Atoll Ulithi ein.

Cameron wollte für seine Aufnahmen mehrere hochauflösende 3D-Kameras verwenden, wobei starke LED-Leuchten die Sicht auf die ansonsten völlig im Dunkeln liegende Unterwasserwelt ermöglichen sollten.

Am Freitag hatte Camerons U-Boot laut National Geographic bereits erfolgreich einen unbemannten Tauchgang zum Marianengraben absolviert.

Tiefseefan Cameron

Der 57-jährige Cameron gilt als Tiefseefan und war schon Dutzende Male einige tausend Meter tief getaucht. Er hatte auch das Wrack der «Bismarck» im Nordatlantik besucht und eine Dokumentation über das im Zweiten Weltkrieg von der britischen Royal Navy versenkte deutsche Schlachtschiff gedreht.

1960 hatten der Schweizer Tiefseeforscher Jacques Piccard und der US-Amerikaner Don Welsh als erste - und bislang letzte - Menschen den tiefsten Punkt der Erdkruste erreicht. Sie konnten jedoch nur 20 Minuten lang dort bleiben. Zudem war ihre Sicht durch Schlick, der beim Aufsetzen am Meeresgrund auf die Scheiben des U-Bootes gespritzt war, behindert.

(L'essentiel Online/sda)

Das ist der tiefste Punkt der Erde

Der Marianengraben im Westpazifik gilt als die tiefste Senke in der Erdoberfläche. Er zieht sich an der Nahtstelle zweier Erdplatten rund 2000 Kilometer östlich der Philippinen entlang.

Die größte hier bisher ausgelotete Meerestiefe beträgt in der sogenannten Witjastiefe 11 034 Meter. Darin würde der Mount Everest als höchster Berg der Erde komplett verschwinden - und sich trotzdem immer noch zwei Kilometer unter der Wasseroberfläche befinden.

Als erstes tauchten im Januar 1960 der Schweizer Jacques Piccard und der US-Amerikaner Don Walsh in einem U-Boot auf rund 10 900 Meter in den Marianengraben hinab. (sda)

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