Familientragödie – Tochter macht Vater ausfindig – und bereut es

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FamilientragödieTochter macht Vater ausfindig – und bereut es

Wenn sie vorher gewusst hätte, wie die Geschichte endet, hätte sie nie damit angefangen ihren Vater zu suchen. Sie wäre froh gewesen, ihn nicht zu kennen.

Der Vater muss für drei Jahre hinter Gitter. Zu wenig, sagen die Ankläger.

Der Vater muss für drei Jahre hinter Gitter. Zu wenig, sagen die Ankläger.

DPA

Es gibt Geschichten, die sind für den normalen Verstand nicht zu begreifen. Diese spielt in Australien – und lässt sogar an der Menschlichkeit zweifeln. Eine Tochter hat sich auf die Suche nach ihrem Vater begeben und ist in einem Albtraum gelandet. Am Ende des Horrors sehen sich die beiden in einem Gerichtssaal wieder. Der Vater wird zu drei Jahren Haft verurteilt.

20 Jahre haben sie sich nicht gesehen, weil der mittlerweile 38-Jährige das Mädchen und seine Mutter kurz nach der Geburt verlassen hatte. 2014 macht die junge Frau aus Melbourne ihren Vater ausfindig und lädt ihn zu sich nach Hause ein. Er kommt mit seiner Partnerin und seinem kleinen Sohn. «Ich war so aufgeregt», sagt sie später vor Gericht.

«Ich liebe Dich für immer»

Wie mehrere englische Medien berichten, tritt der einst verschollene Vater an seine Tochter heran, als die beiden eines Abends alleine waren. «Gib mir eine Umarmung», soll er gesagt haben. Dann küsst er ihren Nacken und berührt sie unsittlich. Sie habe ihn dann weggestoßen, erzählt die Tochter. «Ich liebe Dich für immer», habe er gesagt – und sie dann vergewaltigt.

Erst der Ehemann des Opfers, der wenig später zuhause ankommt, ruft die Polizei. «Ich habe nichts gesagt und nichts getan», berichtet die Frau. «Ich wusste, dass er eine gewalttätige Vergangenheit hatte und sogar wegen Körperverletzung im Gefängnis war. Ich hatte Angst, verletzt zu werden.» Später verrät sie sogar, dass sie zum Zeitpunkt des Übergriffs schwanger gewesen sei.

In der Version des Täters habe die Tochter ihren Vater zum Sex verleitet. Er habe versucht «Nein» zu sagen. Zwar wird er schuldig gesprochen, doch das Urteil über vier Jahre Gefängnis scheint vor allem für die Geschädigte wie eine Farce. Im Nachhinein wird die Haftstrafe sogar auf drei Jahre reduziert – wegen des «tragischen Hintergrundes» im Leben des Vaters. In welche Tragödie er seine Tochter gestürzt hat, lässt sich hingegen kaum bemessen.

(L'essentiel)

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