Belgien - Todesraser von Karnevalsfeier wegen fahrlässiger Tötung angeklagt
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BelgienTodesraser von Karnevalsfeier wegen fahrlässiger Tötung angeklagt

STRÉPY-BRACQUEGNIES – Am Sonntag ist in Belgien ein Auto in eine Menschenmenge gerast. Dabei sind sechs Menschen ums Leben gekommen. Der beschuldigte Fahrer soll alkoholisiert gewesen sein.

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Der tragische Vorfall sorgt in Belgien für Entsetzen.

Der tragische Vorfall sorgt in Belgien für Entsetzen.

REUTERS
Trauer und Wut im Ort Strépy-Bracquegnies, rund 50 Kilometer südlich der Hauptstadt Brüssel.

Trauer und Wut im Ort Strépy-Bracquegnies, rund 50 Kilometer südlich der Hauptstadt Brüssel.

AFP
In dieser Straße kamen am Sonntag sechs Menschen ums Leben.

In dieser Straße kamen am Sonntag sechs Menschen ums Leben.

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Nach dem Tod von sechs Teilnehmenden einer Karnevalsfeier in Belgien durch ein in die Menge rasendes Auto, ist gegen den Fahrer Anklage wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung mit Todesfolge im Rahmen eines Verkehrsunfalls erhoben worden. Es sei ein Haftbefehl gegen den 34-Jährigen erlassen worden, berichtete die Nachrichtenagentur Belga am Dienstag unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass der Mann unvorsichtig gefahren sei, aber keine Tötungsabsicht hatte. Er gab unterdessen zu, deutlich zu schnell gefahren zu sein.

Der Sender VRT berichtete, er habe ausgesagt, in der 50er Zone rund 90 Stundenkilometer gefahren zu sein. Kurz vor dem Aufprall habe er gebremst, was Kamerabilder bestätigten. Nach dem Aufprall fuhr der Fahrer eigenen Angaben zufolge wegen des Schocks noch mehrere Hundert Meter weiter. Den Ermittlern zufolge war er angetrunken. Der Alkoholwert habe knapp über dem gesetzlichen Grenzwert gelegen.

Sechs Menschen getötet

Der Fahrer war am frühen Sonntagmorgen in dem Ort Strépy-Bracquegnies in eine Menschenmenge gerast, sechs Menschen starben und zehn weitere wurden schwer verletzt. Medienberichten zufolge waren die beiden beschuldigten Männer auf dem Heimweg von einer Disco.  Bereits in der Vergangenheit war ihm wegen Rasens zeitweise der Führerschein abgenommen worden.

Der Beifahrer (32) ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft wegen unterlassener Hilfeleistung angeklagt worden. Er sei zunächst unter Auflagen freigelassen worden. Die Ermittler betonten am Dienstag, dass sich die Gründe für die Anklage im Laufe der Ermittlungen noch ändern könnten. Sie beruhten auf den bislang erzielten Erkenntnissen.

Böse Erinnerungen an Volkmarsen werden wach

Der Vorfall erinnert an den Rosenmontagsumzug vor zwei Jahren im deutschen Volkmarsen, als ein Autofahrer vorsätzlich in die Menschenmenge fuhr und mehr als hundert Menschen verletzte. Die Tat löste großes Entsetzen aus, unter den Opfern befanden sich auch viele Kinder. Im vergangenen Dezember wurde der Mann wegen versuchten Mordes in 89 Fällen zu lebenslanger Haft verurteilt. Sein Motiv ist bis heute unklar. 

(AFP/job)

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