In Luxemburg – Todesrate bleibt trotz Hitzewelle normal

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In LuxemburgTodesrate bleibt trotz Hitzewelle normal

LUXEMBURG – Es ist wieder heiß, aber eine Hitzewelle wird es nicht. Nach einer ersten Bilanz hat der Hitze-Plan im Juli funktioniert.

Trotz Extremtemperaturen stieg die Sterblichkeitsrate in Luxemburg nicht.

Trotz Extremtemperaturen stieg die Sterblichkeitsrate in Luxemburg nicht.

DPA

Die Hitze ist zurück, aber nicht die Hitzewelle. Gelegenheit für eine erste Bewertung des Hitzewellen-Planes, der während der heißesten Tag in Kraft getreten ist. In der zweiten Juli-Woche, vom 6. bis 12., sind in Luxemburg nach Angaben des Gesundheitsministeriums 88 Menschen gestorben. In der Vorwoche waren es 78 Menschen.

In der dritten Juliwoche ist die Zahl der Toten auf 67 gesunken. Die Abnahme macht deutlich, dass es während der Hitzewelle keine erhöhte Sterblichkeitsrate gab. Die Menschen, die in der ersten Juliwoche starben, waren meist am Ende ihres Lebens und starben etwas früher «als erwartet», sagte Monique Pütz. «Die allgemeine Sterblichkeitsrate hat sich nach dieser Zeit erholt.»

Anders das Bild jenseits der Grenze. In Belgien starben wegen der hohen Temperaturen alleine in der ersten Juli-Woche 410 Menschen.

Hitzewellen-Plan nicht ausreichend bekannt

Um das Risiko der Sterblichkeit zu senken, hat die Luxemburger Regierung im Jahr 2005 einen Hitzewellen-Plan ins Leben gerufen. Der Plan wendet sich an Menschen über 75 Jahren, die allein leben und die Besuche wollen. «Diese Besuche erfolgen ohne Probleme», bemerkt Monique Pütz. «Der Hydratationsgrad der Menschen konnte innerhalb der geforderten Grenzen gehalten werden.»

Einen guten Ablauf bestätigt Dino Ribeiro, Betreuer beim Rote Kreuz für die Zone Luxemburg-Süd. «Ältere Menschen, bei denen wir vorbeikamen, waren sehr müde. Sie schliefen sehr schlecht. Es ist beruhigend für sie zu wissen, dass jemand vorbeikommt und sicherstellt, dass sie richtig zu trinken.»

Fünf Personen waren im Rahmen des Hitzewellen-Planes im Gebiet von Dino Ribeiro und seines Teams eingeschrieben. Ribeiro, der seit sieben Jahren beim Roten Kreuz arbeitet, war überrascht, dass so wenige Menschen darum baten, von dem Plan zu profitieren. «Es gibt einen Mangel an Information und Kommunikation rund um den Hitzewellen-Plan», schlussfolgert er. Anfang Juli haben tatsächlich nur 60 Personen in ganz Luxemburg darum gebeten, in die Liste aufgenommen zu werden.

(Juliette Devaux/L'essentiel)

Mehr Patienten in Notaufnahme

Anfang Juli haben die Krankenhäuser eine Erhöhung von Konsultationen wegen Dehydrierung oder Kreislaufkollaps registriert, ein Höhepunkt war zwischen dem 2. und 5. Juli erreicht. Eine Situation «recht typisch für den Anfang einer Hitzewelle», erklärt Monique Pütz.

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