Chamber – Tonprobleme - Bettel muss wichtige Rede abbrechen

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ChamberTonprobleme - Bettel muss wichtige Rede abbrechen

LUXEMBURG - Es ist eine der wichtigsten Ansprachen des Jahres – und dann das: Xavier Bettels Rede zur Lage der Nation musste wegen technischer Probleme abgebrochen werden.

Nach einer guten Viertelstunde fehlten Premier Bettel plötzlich die Worte.

Nach einer guten Viertelstunde fehlten Premier Bettel plötzlich die Worte.

Screenshot Chamber TV

Bei der Rede zur Lage der Nation von Premierminister Xavier Bettel hat es am Dienstagnachmittag Tonprobleme gegeben. Die Sitzung in der Chamber wurde daher nach nicht einmal einer halben Stunde abgebrochen – eine Premiere, die sich der 44-jährige DP-Politiker sicher nicht gewünscht hat. Bettel wird seine Rede am Mittwoch, 8.30 Uhr, fortsetzen, wie das Parlament auf Twitter mitteilte.

Der Regierungschef war gerade dabei, über die wirtschaftliche Situation in Luxemburg zu referieren, als es kurz nach Beginn der Rede zur technischen Panne kam und die Zuseher auf Chamber TV plötzlich keinen Ton mehr empfangen konnten. Techniker versuchten noch, die Störung zu beheben, doch leider ohne Erfolg. Auf Twitter reagierte die Community mit tiefschwarzem Humor auf den «Stummfilm».

Di Bartolomeo saß «wie auf Eiern»

Parlamentspräsident Mars Di Bartolomeo entschuldigte sich bei den Live-Zusehern und dem Regierungschef für die technische Panne: «Ich saß deswegen wie auf Eiern.» Die Sitzung sei vertagt worden, weil «wir keine halben Sachen machen wollen», schrieb Di Bartolomeo auf Facebook.

«Grenzgänger tragen zu unserem Wohlstand bei»

Die Regierung hatte Bettels Erklärung bereits vorab an die Presse verbreitet. Der Premier zeichnete in der Rede mit dem Titel «Liewensqualitéit fir Lëtzebuerg» ein weitgehend positives Bild von der wirtschaftlichen und sozialen Situation im Land. Er hob unter anderem das hohe Wirtschaftswachstum und die sinkende Arbeitslosenquote hervor. Auch die Zahl der in Luxemburg arbeitenden Grenzgänger steige immer weiter. Im vergangenen Jahr kamen 181.000 Berufspendler täglich zum Arbeiten aus Frankreich, Deutschland und Belgien nach Luxemburg. Das waren 19 Prozent mehr als im Jahr 2010 (152.000). «Sie tragen zu unserem Wohlstand bei und garantieren das Gleichgewicht in unserem Gesundheits-, Sozial- und Rentensystem», sagte Bettel über die Grenzgänger.

350 neue Mitarbeiter im Förderschulwesen

Aus der Rede ging außerdem hervor, dass die Regierung in den kommenden Jahren eine Personaloffensive im sozio-edukativen Sektor angehen möchte. 350 Mitarbeiter sollen in den Schulen, in den Kinderheimen und in den sonderpädagogischen Zentren neu hinzukommen. Das Förderschulsystem («Education differenciée», Ediff) werde grundlegend reformiert, so Bettel. Die 350 neuen Mitarbeiter sollen Sozialarbeiter, Psychologen, Pädagogen und Therapeuten, die laut dem Premier «oft überlastet und zum Teil überfordert sind», unterstützen.

(jt/dpa/L'essentiel)

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